1 von 600…Mila Deffke
Mila Deffke arbeitet seit Juni 2025 wieder in der Deutschen Nationalbibliothek und ist eine von 600, die die DNB zu Deutschlands kulturellem Gedächtnis machen. Sie absolvierte von 2013 bis 2016 ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Information (FaMI) in der DNB. Sie ist am Standort Frankfurt im Bereich Magazineingang tätig.
Mila Deffke, Sie haben Ihre Ausbildung in der Deutschen Nationalbibliothek absolviert und sind nach mehreren Zwischenstationen wieder in der DNB. Was hat Sie zurückgebracht?

Nach der Ausbildung konnte ich damals leider nur zwei Jahre bleiben. Das war schade, denn eigentlich hatte ich das Gefühl, gerade erst richtig angekommen zu sein. In den folgenden Jahren habe ich mich immer wieder auf verschiedene Stellenausschreibungen der DNB beworben – mit dem leisen Gedanken: Vielleicht klappt es ja irgendwann.
Der Weg führte mich zwischenzeitlich in die Stadtbibliothek Frankfurt und später in ein anderes Umfeld, zum hessischen Rundfunk. Und trotzdem: Die DNB ist mir nie ganz aus dem Kopf gegangen. Umso schöner ist es jetzt, wieder hier zu sein, mit mehr Erfahrung, einem erweiterten Blick und ein bisschen Nostalgie im Gepäck.
Ist Ihre heutige Stelle die gleiche wie Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie zur Stadtbücherei gewechselt sind?
Nein, sie unterscheidet sich deutlich. Früher war ich im Bereich Benutzung und Service tätig: in der Medienausleihe und an der Information, als es diese noch ganz klassisch gab. Heute arbeite ich im Magazineingang, wo Medien verpackt, sortiert und beschriftet werden. Weniger Publikum, mehr Logistik aber genauso wichtig für das große Ganze.
Was sind aus Ihrer Sicht Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Tätigkeiten?
Der größte Unterschied liegt im Arbeitsalltag: Früher stand der direkte Kontakt mit den Nutzer*innen im Mittelpunkt, heute eher die Arbeit hinter den Kulissen. Die Gemeinsamkeit ist klar: In beiden Bereichen trägt man dazu bei, dass Medien auffindbar, nutzbar und langfristig verfügbar sind.
Damals vs. Heute: Welche Veränderungen sind Ihnen nach Ihrer Rückkehr aufgefallen? Wo und wie hat sich die DNB entwickelt?
Es fühlt sich vertraut an und doch neu. Die klassische Bücherausgabe und Information, wie ich sie aus meiner Ausbildungszeit noch kenne, gibt es so leider nicht mehr. Dafür sind digitale Angebote, neue Arbeitsstrukturen und modernere Abläufe deutlich präsenter. Die DNB hat sich spürbar weiterentwickelt. Gleichzeitig ist der Anspruch derselbe geblieben: sorgfältig arbeiten, nachhaltig denken und das kulturelle Erbe bewahren. Die Wege haben sich verändert, das Ziel nicht.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit? Wo liegen die Herausforderungen?
Ich mag es ein Teil eines eingespielten Teams zu sein. Im Magazineingang liegt die Herausforderung in der Genauigkeit: Verpacken, Sortieren und Beschriften müssen einfach stimmen. Die Medien müssen für die Ewigkeit aufbewahrt werden und auffindbar sein.
Sie haben während Ihrer Arbeit Bücher, Drucke, Musik und vieles mehr in der Hand. Inspiriert Sie das auch für Ihre privaten Interessen?
Auf jeden Fall. Wer täglich mit so vielen Medien arbeitet, kommt kaum daran vorbei, neugierig zu werden. Man entdeckt ständig Neues und nimmt gedanklich mehr Lesestoff mit nach Hause, als der Feierabend hergibt.
Entweder oder….
Kaffee oder Tee?
Kaffee, im Winter aber auch gerne Tee.
Stift oder Tastatur?
Stift für schnelle Notizen, Tastatur für die Umsetzung.
Buch oder eBook-Reader?
Buch. Geruch, Gewicht, Gefühl – unschlagbar.
Anrufen oder Vorbeikommen?
Vorbeikommen, wenn möglich. Anrufen, wenn’s schnell gehen muss.
VC oder vor Ort?
Vor Ort. Nach viel Homeoffice weiß ich das sehr zu schätzen.






