Ein Tag voller Entdeckungen

19. März 2026
von Jana Weinlich

Am vergangenen Sonntag, den 15. März 2026 öffnete die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt ihre Türen für mehr als 1.000 Besucher*innen. Von 11 bis 17 Uhr wurde ein beeindruckendes Veranstaltungsangebot geboten.  Interessierte konnten ab 10 Uhr  kostenlose Tickets für die Führungen, vor Ort abholen.

Eine große Gruppe von Menschen steht im Eingangsbereich der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Sie gruppieren sich um mehrere runde Stehtische, die in der hinteren Bildhälfte verteilt sind. In der linken Bildhälfte weist eine Frau in eine Richtung und erklärt einer Personengruppe Etwas.  Unter den Personen sind auch mehrere Kinder.
Interessierte Gäste, darunter auch viele Kinder, fanden sich schon früh in der DNB in Frankfurt ein, um ihre Wunschplätze in einer der zahlreichen kostenlosen Führungen zu bekommen. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Ein Highlight war der Blick hinter die Kulissen der Bibliothek. In 60-minütigen Führungen erhielten die Besucher*innen exklusive Einblicke in die unterirdischen Magazine und einen einzigartigen Ausblick auf die Frankfurter Skyline vom Dach der DNB. Mit einer anderen Führung konnten man noch tiefer in die Unterwelt der Magazinflächen eintauchen und mehr  über die optimale Lagerung und Archivierung von Medien erfahren.

Im Hintergrund steht eine Gruppe von Menschen eng zusammen um das Ende eines langen Tisches herum. Auf diesem Tisch liegen nebeneinander mehrere verschiedene Bücher. Rechts und links wird das Bild von blauen Magazinregalen eingefasst. Links kann man die darin aufgestellten Bücher sehen, rechts die Drehkurbeln, mit denen sie verschoben werden können.
In unseren Magazinführungen ging es tief hinab in die unterirdischen Lagerstätten unseres Bestandes. Foto: DNB/ Stephan Jockel
Im Vordergrund steht eine Gruppe von fünf Personen unterschiedlicher Geschlechterzusammensetzung. Eine Frau schaut auf ihr Handy. Im Hintergrund sieht man die Skyline der Stadt Frankfurt am Main.
Aus dieser Perspektive bekommt man die Skyline Frankfurts nur selten zu sehen. In unserer Hausführung konnten die Besucher*innen auch einen Abstecher auf das Dach des DNB-Gebäudes machen. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Technik- und IT-Interessierte kamen bei einer Reise durch die IT-Infrastruktur der DNB auf ihre Kosten. Sie konnten  spannende Einblicke in die die Datenströme und das Rechenzentrum genießen. Auch für Fans der „klassischen“ Technik wurde Programm geboten. Eine Führung durch die Technikanlagen der Bibliothek machte erlebbar, wie Lüftungskanäle funktionieren und Kältemaschinen die Gebäudeumgebung kontrollieren können.

Ein Mann steht vor einem geöffneten Server-Schrank. Er deutet auf die darin verlaufenden Kabelstränge. Links im Bild stehen zwei weitere Personen und schauen mit etwas Abstand in den geöffneten Server-Raum.
In unserer IT-Führung konnten die Besucher*innen exklusive Einblicke in die Serverräume der DNB gewinnen. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Kunstliebhaber aufgepasst!: Die Kunst am Bau-Führung zeigte die Werke internationaler Künstler*innen wie Georg Baselitz und Ilya Kabakov, die es im Gebäude zu bestaunen gibt. Im Direktionsbüro gab die neue Direktorin Kathrin Brannemann einen Einblick in die Aufgaben der Nationalbibliothek und stand den Gästen für Fragen zur Verfügung.

Eine Gruppe von Menschen steht im Halbkreis um eine Frau herum. Sie hält zwei Blätter mit Abbildungen hoch und erklärt etwas dazu. In der rechten Bildhälfte sieht man mehrere abstrakt geformte Büsten auf weißen Sockeln.
So haben Sie Kunst am Bau garantiert noch nie erlebt! Die Führung folgte den Spuren bekannter Künstler*innen durch das ganze Haus. Foto: DNB/ Stephan Jockel
Das Bild zeigt drei Personen, die an einem runden Tisch zusammen sitzen. Eine Frau in der Mitte, links und rechts daneben jeweils ein Mann. Die Frau spricht mit dem man zu ihrer Linken und beantwortet ihm eine Frage.
Die neue Direktorin des Frankfurter Standortes lud alle Interessierten zu zwei Terminen in ihr Büro ein und beantwortete viele Fragen. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Für Familien mit Kindern gab es ebenfalls zahlreiche Aktivitäten. Besonders spannend war die Lesesaal-Rallye, bei der junge Besucher*innen die Rätsel des Eppelsheimer-Mysteriums lösen konnten. Die Bastelaktion „Von Blättern zu Büchern“ lud alle kreativen Köpfe dazu ein, eigene Buchformate zu gestalten. Ein Highlight für Große und Kleine Bastelfans. Besonders für Kinder von 6 bis 10 Jahren bot die Führung Habt ihr auch mein Lieblingsbuch? eine spielerische Möglichkeit den Weg des Medienwerkes in der Bibliothek nachzuvollziehen.

Im Vordergrund sitzt eine Gruppe jüngerer Kinder auf bunten Sitzkissen auf dem Boden. Sie melden sich. Im Hintergrund sitzt eine erwachsene Frau  ihnen gegenüber und lächelt. An der Wand hinter ihr wird ein Bild des Suchfensters des DNB-Kataloges auf eine Leinwand geworfen. Links daneben steht ein Mann an einem Computer.
Rege Teilnahme gab es auch bei unseren Angeboten für die jüngsten Besucher*innen: Hier unsere Kinderführung „Habt ihr auch mein Lieblingsbuch?“ Foto: DNB/ Stephan Jockel
Eine Gruppe von Kindern sitzt an einem großen Tisch. In der Tischmitte liegen verschiedene Bastelutensilien, wie Kleber, Scheren und verschiedene Papiere. Neben einem der Kinder steht eine junge Frau, die ihm etwas erklärt. Eine weitere Sitzt neben einem Kind auf der anderen Seite des Tisches.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Buch-und Schriftmuseum in Leipzig gab es auch wieder ein kreatives Bastelangebot. Alt und Jung konnten hier ihre eigenen kleinen Büchlein gestalten. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Normalerweise ist er ein Ort des konzentrierten Arbeitens und der Ruhe. Zum Tag der offenen Tür, konnte man in unserem Lesesaal aber noch viel mehr erleben! Zum Beispiel die Lesung Verzauberte Zeit – eine Kindheit mit Büchern, bei der Ray Bradburys Kurzgeschichte „Tausch“ zum Leben erweckt wurde.

Außerdem verwandelte sich der Bereich um die ehemalige Service-Theke herum in eine Ausstellungsfläche der besonderen Art. Hier gab es die kuriosesten Stücke unserer Sammlung zu bestaunen! Sie wären erstaunt, was alles als Beilage zu einem Medienwerk den Weg in unsere Magazine findet. Von Schmuckausgaben im Sonderformat bis hin zu einem echten Motorblock ist alles dabei.

Eine Gruppe von Menschen verschiedener Altersklassen sitzt um einen Tisch im Lesesaal der deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. In der Mitte des Tisches stehen mehrere große Leselampen. An der langen Seite des Tisches, den übrigen Menschen gegenüber, sitzt eine Frau, die aus einem Buch vorliest. Im Hintergrund sieht man eine hohe Bücherwand mit alt aussehenden Medienwerken.
Zu diesem besonderen Anlass, durfte in unseren Lesesälen auch laut gelesen werden. Foto: DNB/ Stephan Jockel
Man sieht eine L-Förmige Theke aus Holz. Vor der Theke stehen mehrere Personen alleine oder paarweise zusammen. Sie betrachten die Auslagen auf der Theke. Dort befindet sich eine bunte Auswahl Medienwerke. Es handelt sich um Bücher aus dem Bestand der DNB, die mit einer ungewöhnlichen Beigabe geliefert wurden.
Unsere Thekenausstellung in den Lesesälen präsentierte neugierigen Besucher*innen die kuriosesten Medien, die sich in unserer Sammlung befinden. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Auch die Stiftung Orte der Deutschen Demokratiegeschichte, die ihren Sitz in der DNB in Frankfurt hat, beteiligte sich am Veranstaltungsprogramm. Sie boten einen Kreativtisch für Kinder, ein Glücksrad so wie einen Infostand an, an dem man mehr über ihre Arbeit erfahren konnte.

Eine Gruppe von Personen steht um einen runden Stehtisch herum. Sie sind im Gespräch. Am rechten Bildrand sieht man ein mehrfarbiges Glücksrad, dass in der Mitte die Aufschrift "Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte" trägt.
Die Stiftung Orte der Deutschen Demoktatiegeschichte bot unter anderem ein Glücksrad und einen Info-Stand an. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Wer das Grundgesetzt schon immer auf eine andere Weiße erleben wollte, der war beim Theaterstück der Stiftung „Wir das Grundgesetz. Richtungsweisend wie immer. Mitreißend wie nie.“ genau richtig. Auf humorvolle Weise wurde hier unserem Grundgesetz eine Stimme verliehen und das Publikum konnte sich auf eine Reise durch seine Geschichte begeben.

Wir als Gedächtnis der Nation sind längst mehr als „nur“ eine Bibliothek. Digitale Technik und KI-Anwendungen spielen auch in unserer Arbeit eine immer größer werdende Rolle. Vor allem in der maschinellen Erschließung oder der Arbeit mit Metadaten, probieren wir neue Möglichkeiten aus. Deswegen gab es für alle, die sich für digitalen Innovationen interessierten das Tool-Café. Hier konnte an interaktiven Stationen mit verschiedenen KI-Tools experimentiert werden. Was ist dank moderner Technik in Sachen Bildbearbeitung möglich? Wo gibt es Grenzen? All das konnten unsere Besucher*innen selbst ausprobieren und ihrer Kreativität freien lauf lassen.

Ein geschlossener Raum, in dem zwei Reihen Tische stehen. Auf jedem der Tische stehen jeweils zwei Computer mit Monitoren. Alle sind eingeschaltet. An den Monitoren auf der rechten Seite des Vordergrundes sitzen zwei Jugendliche und bearbeiten Bilder. Sie kehren dem Betrachter den Rücken zu.
Im KI-Tools_Cafè konnte man auf interaktive Weise eigene Erfahrungen mit der KI-Unterstützten Bearbeitung von Text-und Bildmaterial sammeln. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Zum Tag der offenen Tür waren selbstverständlich auch die Türen des Deutschen Exilarchives für unsere Besucher*innen geöffnet. Zu den angebotenen Programmpunkten gehörten nicht nur Führungen durch die Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis“. Sylvia Asmus, die Leiterin des Exilarchives gab auch exklusive Einblicke in die Magazinbestände. Hier wurden besondere Originaldokumente, etwa von Albert Einstein und Else Lasker-Schüler gezeigt.

Außerdem gab es ein offenes Ausstellungsangebot, für das keine Voranmeldung oder Tickets nötig waren. Besucher*innen konnten die immersive Hörspielinszenierung „Der Reisende“ sowie die Ausstellung „Frag nach!“, mit  digitale Zeitzeug*innen-Interviews von Inge Auerbacher und Kurt S. Maier erleben. Sie ermöglichen es sich auf eine ganz neue Weise mit Themen wie Exil und Flucht auseinanderzusetzen.

Man sieht aus der Vogelperspektive auf eine Gruppe von Menschen, die sich im Halbkreis um einen Mann in der Mitte aufgestellt haben. Er Trägt ein Lenyard um, dass die Beschriftung "DNB Team" trägt und gestikuliert in der Luft. Im Hintergrund ist ein Teil der Dauerausstellung des Deutschen Exilarchives in Frankfurt am Main zu sehen.
Das Deutsche Exilarchiv bot zum Tag der offenen Tür ein abwechslungsreiches Programm an. Darunter waren auch Führungen durch die Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis.“ Foto: DNB/ Stephan Jockel
Eine Gruppe von Menschen verschiedener Altersstufen sitzt um eine stehende Frau herum. Sie erklärt etwas. Zwischen ihr und der Gruppe stehen mehrere Tische, auf denen verschiedene Schriftstücke präsentiert sind. Hinter ihr auf einem Tisch stehen mehrere alt aussehende Reise-Koffer.
Auch einige besondere Stücke des Exilarchives wurden an diesem Tag für alle Interessierten zugänglich gemacht. Foto: DNB/ Stephan Jockel

Mit seinen tieferen Einblicken in die Welt der Bibliotheken und einem vielfältigen interaktive und kreative Angebote für Jung und Alt konnten wir über 1.000 Besucher*innen bei unserem  Tag der offenen Tür begrüßen! Vielen Dank, an alle, das Sie so zahlreich erschienen sind und bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Türen auf in der Deutschen Nationalbibliothek!

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:DNB/ Stephan Jockel

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  • ISSN 2751-3238