Auf KulturSpur in Leipzig

11. September 2022
von Fanni Fröhlich

Zum „Tag des offenen Denkmals“ begrüßten wir am Sonntag, 11. September 2022, 380 Gäste im denkmalgeschützen Gebäude der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Unter dem diesjährigen Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ ging es speziell um die baulichen Veränderungen am Gebäude im Laufe der Zeit.

Eine Gruppe steht vor dem Bestandsgebäude
Die Gruppe beginnt außen mit der Führung, ehe es in die Lesesäle geht.
Foto: Fanni Fröhlich

Die Architekturführung für Kinder begann mit einem Rundgang um das Gebäude. Es wurde von 1914 bis 1916 nach den Entwürfen von Oskar Pusch erbaut. Das Konzept des Architekten sah vor, das Gebäude etwa aller 20 Jahre baulich zu erweitern. So entstanden zunächst in den 1930-er und 1950-er Jahren neue Magazinbereiche und jeweils ein Lesesaal in zeitgenössischer Architektur. 

Details im Kartenlesesaal
Kartenaufbewahrung im Kartenlesesaal
Foto: Fanni Fröhlich

Genau diese Veränderung sahen Gäste in der Führung „Lesesäle und Literaturrecherche im Wandel der Zeit“. Gemeinsam begaben sie sich auf „KulturSpur“ und lernten die verschiedenen Arten der Literaturrecherche kennen. Was früher mühsam im Zettelkatalog nach Sachgebieten oder alphabethischer Reihenfolge recherchiert werden musste, kann durch die Digitalisierung heute innerhalb von Sekunden im Online-Katalog gefunden werden. Auch die heutzutage historisch anmutenden Schulwandkarten, Globen und Atlanten weckten bei einigen Gästen Erinnerungen an ihre Schulzeit.

Aber nicht nur das Gebäude benötigt Pflege und Schutz, sondern auch die darin gelagerten Medien. Nicht nur saures Papier oder Schädlinge sind eine Bedrohung für den Bestand. Oder hätten Sie gewusst, dass kompakt stehende Bücher nicht so schnell brennen wie lose liegendes Papier? Wasser hingegen dringt so gut wie überall und unterschiedlich schnell in die Medien ein. Dort führt es zu Verklebungen, Verblockungen und Schäden, die innerhalb von 24 Stunden behandelt werden müssen, um Schimmelgefahr zu verhindern.

Bücher mit gewellten Seiten durch Wasserschaden
Wasser wellt oder verklebt das Papier.
Foto: Fanni Fröhlich
Gästeführerin zeigt auf alte Zeitung
Alter Zeitschriftenbestand im Magazin
Foto: Fanni Fröhlich

Wie das Bibliotheksgebäude sind auch die Magazine in unterschiedlichen Jahrzehnten entstanden. Beim Gang durch die Magazinreihen im historischen Gebäude erfuhren die Gäste, welcher Systematik die Aufstellung folgt: nämlich „numerus currens“ – also nach Eingangsjahr, Formatgruppe und laufender Eingangsnummer im Zugang. Dadurch kann es sein, dass ein Comic neben einer wissenschaftlichen Publikation steht.

Sind Sie auch interessiert? Dann entdecken Sie die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig im Rahmen einer der nächsten Führungen.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Annett Koschnick

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