Waffe Buchumschlag!

18. März 2026
von Johannes Neuer

Am Dienstag, 17. März 2026, eröffnete im Deutschen Buch- und Schriftmuseum die Ausstellung „Waffe Buchumschlag! Foto, Cover und Propaganda in den 1930er Jahren”. Die Ausstellung, in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes, ist bis 20. September 2026 zu sehen. Zur Eröffnung begrüßte der Direktor der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Johannes Neuer, die zahlreichen Gäste und betonte aus aktuellem Anlass die Relevanz des Sammelns physischer Medienwerke wie es der Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek seit 1913 vorsieht.

Sehr geehrte Frau Bering, sehr geehrte Frau Dr. Jacobs, sehr geehrte Frau Faber, sehr geehrte Damen und Herren,

als Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig freue ich mich sehr, Sie heute zur Eröffnung der Ausstellung „Waffe Buchumschlag” im Deutschen Buch- und Schriftmuseum begrüßen zu dürfen.

Die DNB ist gesetzlich dazu verpflichtet, alles, was in und über Deutschland sowie in deutscher Sprache in Schrift, Bild und Ton publiziert wird, zu sammeln. Mit einem Sammlungsumfang von über 56 Millionen Medienwerken, davon mehr als 20 Millionen in digitaler Form, ist die DNB die größte Bibliothek Deutschlands und der EU sowie eine der führenden Nationalbibliotheken weltweit. Unsere Bestände wachsen kontinuierlich: täglich gehen rund 13.100 neue Medienwerke in der Deutschen Nationalbibliothek ein, darunter etwa 3.300 analoge und 9.800 digitale Publikationen. Pro Jahr sind das etwa drei Kilometer physische Medien pro Standort, für die wir am Gründungsstandort Leipzig inzwischen vier Erweiterungsbauten in den letzten 113 Jahren realisiert haben.

Johannes Neuer bei der Ausstellungseröffnung, Foto: DNB / Fanni Fröhlich

Dass wir heute eine Ausstellung zu Buchumschlägen eröffnen, die deren Nutzung als politisches Ausdrucksmittel und gesellschaftlichen Diskurs thematisiert, ist nur möglich, weil wir physische Medien sammeln und diese nun auch im Original betrachten können. Auch heute nehmen Verlage die Buchgestaltung in der Herstellung erneut in den Fokus, wenn auch hier eher ästhetische als politische Akzente gesetzt werden. Eine Erforschung dieser Objekte ist zwar auch in digitalisierter Form möglich, doch dabei gehen wesentliche Dimensionen des Druckes verloren: die Beschaffenheit des Papiers, das Format des Buches oder die Wirkung der Fonts und Farben, um nur einige Aspekte zu nennen.

Auch andere bedeutende Nationalbibliotheken der Welt sammeln neben digitalen Objekten weiterhin gedruckte Werke – und das in mehreren Exemplaren. Für die Bundesrepublik Deutschland, die DNB und ihren Gründungsstandort sowie für Vertreterinnen und Vertreter aus der Buch- und Verlagswelt, der Wissenschaft und Forschung, bis hin zu allen Menschen, die das gedruckte Buch als Kulturgut wertschätzen, wäre es ein wichtiges Signal, wenn der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, den fünften Erweiterungsbau in Leipzig zum Erhalt des gedruckten kulturellen Erbes dieses Landes finanzieren würde. Als seine Vertreterin an diesem Abend bitte ich Sie, liebe Frau Bering, Ihren Teil dazu beizutragen, dies zu ermöglichen.

Vielen Dank und genießen Sie diesen Abend bei uns!

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:DNB / Fanni Fröhlich

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Über uns

Die Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale Archivbibliothek Deutschlands.

Wir sammeln, dokumentieren und archivieren alle Medienwerke, die seit 1913 in und über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden.

Ob Bücher, Zeitschriften, CDs, Schallplatten, Karten oder Online-Publikationen – wir sammeln ohne Wertung, im Original und lückenlos.

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