15. März: Tag der Druckkunst
Was hat denn unser Museum zum Tag der Druckkunst am 15. März beizutragen? Einen Koenig am Tag der Druckkunst!
Eine der wichtigsten Erfindungen nach der Erfindung Gutenbergs, des Druckens mit beweglichen Metallettern um 1453, war die Erfindung der Schnellpresse oder auch Zylinderdruckmaschine von Friedrich Koenig und Andreas Bauer zwischen 1811 und 1814.
Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum und in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig gibt es viele Zeugnisse von der Erfindung und der Arbeit von Koenig & Bauer. Das prägnanteste Objekt ist ein Modell der ersten Schnellpresse, die zwischen 1811-14 entstanden ist. Sehr präsent ist dieses Modell derzeit in unserer Dauerausstellung „Zeichen Bücher Netze – von der Keilschrifttafel bis zum Binärcode“ im Modul „Industrialisierung“ verortet.

In Originalgröße besitzt das Museum eine Stoppzylinder-Schnellpresse aus dem Jahr 1893, die von Koenig & Bauer zuerst nach Frankenberg in Sachsen geliefert wurde und später ihren Weg nach Leipzig fand.





Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum sammelt seit 1884 auch die Fachliteratur der gesamten grafischen Branche. So gibt es natürlich von der Firma König & Bauer zahlreiche Firmenschriften sowie wissenschaftliche Abhandlungen zu der Erfindung der Schnellpresse.
Bei der Errichtung der Deutschen Bücherei (heute Deutsche Nationalbibliothek) zwischen 1914 und 1916 wurde von der Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer eine Marmorbüste von Friedrich Koenig gestiftet, die seitdem, neben vielen anderen Büsten, das Bibliotheksgebäude schmückt.
Die Buchstadt Leipzig war nicht nur ein Zentrum der Verlage, Buchhandlungen, Schriftgießereien, Druckereien und Buchbindereien sondern auch des Zeitungsdrucks. Über 370 Jahre wurde hier ununterbrochen Zeitungsdruck betrieben. Zuletzt bis 2019 bei der LVZ-Druckerei in Leipzig Stahmeln. Dort stand ebenfalls eine Zeitungs-Rotationsdruckmaschine von Koenig & Bauer. Diese hat das Deutsche Buch- und Schriftmuseum nach der Schließung der Druckerei als Modell in den Bestand übernommen (im Original war sie über 60 Meter lang).

Ein etwas außergewöhnliches Objekt ist ein galvanisches Relief, welches neben dem Deutschen Buchgewerbehaus und Johannes Gutenberg auch Friedrich Koenig huldigt. Solche Artikel wurden als Wand- oder Tischschmuck von der Firma Zierow & Meusch in Leipzig ab etwa 1900 hergestellt und vertrieben. Einem größeren Publikum ist es auf der Weltausstellung für Buchgewerbe und Grafik (Bugra) 1914 in Leipzig bekannt geworden.

Es sind also nicht nur rein technische Objekte im Bestand vorhanden, sondern auch darüberhinausgehende, künstlerische Werke vorhanden.
Die Deutschen Nationalbibliothek und das Museum hält damit das Erinnerung und die Verehrung für einen der Pioniere der Technikgeschichte der grafischen Branche für nachfolgende Generationen wach und weiterhin am Leben.






