Börsenblatt goes digital
Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel
„Das Börsenblatt ist noch heute das Verbandsorgan des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, nachdem es 1834 vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig gegründet wurde. Ab Jahrgang 1835 ging es unter der Bezeichnung „Amtliches Blatt des Börsenvereins“ in das Eigentum des Börsenvereins über und wurde von Teubner in Leipzig gedruckt. Das Börsenblatt erschien zunächst wöchentlich und seit 1867 werktäglich, 1945 wurde es vorübergehend eingestellt. In der sowjetischen Besatzungszone kam das Börsenblatt ab 1946 wieder im wöchentlichen Rhythmus heraus, in den westlichen Besatzungszonen ab 1945 hingegen mit dem Zusatz „Frankfurter Ausgabe“. Seit der Vereinigung beider Börsenvereine am 1. Januar 1991 erscheint nur noch eine gemeinsame wöchentliche Ausgabe mit der Leipziger Jahrgangszählung.“[1]

Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung
Oft saßen in den 1990er Jahren im Lesesaal des Deutschen Buch- und Schriftmuseums buchhistorisch interessierte und forschende Personen vor einem großen Lesegerät und arbeiteten sich tage- und wochenlang durch die Mikrofiche-Ausgabe des Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel vom Saur Verlag[2]. Ihre Forschungen galten der Geschichte von Verlagen und Buchhandlungen, Neuerscheinungen, Nachrichten zu Buchauktionen, bibliophilen oder Rara-Buchverkäufen, Personalien, Adressen, zu Werbung rund um das Buch und vielem mehr.
Dieses systematische Quellenstudium im Börsenblatt war durch die Mikroficheausgabe überhaupt erst einigermaßen effizient möglich geworden. Die Alternative wäre gewesen, sich endlose Reihen von großformatigen gebundenen Heften des Börsenblattes an den Leseplatz kommen zu lassen und durchzublättern. In der Realität der Bibliothek ein aussichtsloses Unterfangen. Aber auch das Lesen am Lesegerät war ermüdend, und es gab keine Möglichkeit, Texte direkt zu kopieren – alles musste notiert und strukturiert werden. Quellenarbeit, die in der digitalen Welt immer weniger notwendig wird. Viele gedruckte Quellen sind mittlerweile digital nutzbar, kopierbar, durchsuchbar und als Forschungsdaten nutzbar.
Oft verbietet das Urheberrecht eine Volldigitalisierung, sodass für Publikationen der neueren Zeit häufig nicht alle Wünsche verwirklicht werden können. Deshalb konnte durch das Landesdigitalisierungsprogramm des Lands Sachsens die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden eine Dublette des Börsenblatts der Deutschen Nationalbibliothek bis zum Jahrgang 1945 digitalisieren.[3] Es wurden ca. 1 Mio. Scans produziert und langzeitarchiviert.[4]
Grundlage für die Digitalisierung war ein Zweitexemplar des Börsenblattes, das für diesen Zweck zerlegt und seitenweise eingescannt werden konnte. Das Ergebnis sind Metadaten mit Links zu freien digitalen Volltexten und Bildern. In den digitalen Sammlungen der SLUB sind über 15.000 Hefte nun langzeitarchiviert und frei für alle Interessierten abrufbar. Die Texte wurden zudem mit Hilfe von OCR durchsuchbar gemacht: Börsenblatt digital
Bis Juli 2025 wurden die restlichen Digitalisate nun auch ins Repository der DNB übertragen, wo sie als Bestandsdigitalisate ebenfalls langzeitarchiviert werden. Sowohl im digitalen Bestand der SLUB als auch im Repository der DNB sind die genannten Hefte des Börsenblattes frei zugänglich. Die Digitalisate sind im Portal der DNB hier zu finden: https://portal.dnb.de/opac/moveDown?currentResultId=cod%3Dd034%26any&categoryId=onlinefree. Wenige schon im gescannten Bestand fehlende Nummern bis 1945 werden sukzessive in beiden nachgeführt.
Wir bedanken uns bei der SLUB für die gute Zusammenarbeit und freuen uns, dass dieser Bestand für die Forschung und die Öffentlichkeit frei zugänglich ist.
[1] Zitiert nach: Projektskizze Digitalisierung Börsenblatt, verfasst von Julia Meyer, Stand 06.11.2017. Erscheinungsweise „täglich“ auf „werktäglich“ korrigiert. Vgl. auch https://de.wikipedia.org/whttps://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsenblatt [Zugriff am 25.10.2025]. Weitere Literatur zur Geschichte des Börsenvereins von Klaus G. Saur: Aus alten Börsenblättern. Ein Anzeigen-Querschnitt durch das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 1834–1945. Verlag Ludwig Simon, München 1966 und Stephan Füssel (Hg.): Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels 1825-2000. Ein geschichtlicher Aufriss. Frankfurt am Main: Buchhändler-Vereinigung 2000.
[2] Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 1934-1945. Mikrofiche-Ausg. : München ; New York, NY ; London ; Paris : Saur, [1979-1981]. 3057 Mikrofiches
[3] Vgl. dazu Achim Bonte und Julia Meyer, Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel als historische Quelle ersten Ranges: zur Digitalisierung durch die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 74.2019, S. 261-263
[4] SLUB Dresden, Projektskizze Digitalisierung Börsenblatt, verfasst von Julia Meyer, Stand 06.11.2017






