Die Dokumentenkamera des Exilarchivs
Die Sammlung des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 enthält einzigartige Dokumente, die jedes Jahr nationale wie internationale Forschende anziehen. Manchmal kommen sie für mehrere Tage zu uns nach Frankfurt zur Durchsicht umfangreicher Nachlässe, manchmal nur für 15 Minuten, um eilig drei Briefe zu lesen. Gerade, wenn für die Recherche lediglich einige wenige Dokumente interessant sind, ist aber ein Besuch vor Ort nicht immer praktikabel, vor allem wenn man weiter entfernt wohnt. Eine Möglichkeit, sich in solchen Fällen Reise- und Übernachtungskosten zu sparen, können wir seit mittlerweile vier Jahren anbieten: Die Einsicht von Archivalien über eine Dokumentenkamera (Epson ELPDC07).
Wenn Sie diesen Service nutzen möchten, funktioniert das so: Sie schreiben eine Mail an exilarchiv-benutzung@dnb.de und teilen uns mit, welche Dokumente Sie gerne einsehen möchten. Anschließend bereiten wir die gewünschten Archivalien vor und prüfen etwa, ob die Einsichtnahme aus persönlichkeits- und urheberrechtlicher Sicht möglich ist. Wenn es die Dokumente zulassen, vereinbaren wir einen Termin mit Ihnen für einen Videoanruf. Für diesen verwenden wir Zoom und schicken Ihnen einen entsprechenden Link zu. Im Zoom-Call können wir Ihnen dann die entsprechenden Unterlagen mit der Dokumentenkamera zeigen.
Die Apparatur sieht ein bisschen aus wie eine Leselampe: Das Stativ ist etwa 50 cm hoch, die Kamera schaut nach unten auf die Tischplatte. Wir legen die Archivalien nacheinander unter die Dokumentenkamera, so dass Sie sie in Ruhe lesen können. Sobald Sie eine Seite fertiggelesen haben, blättern wir für Sie um oder legen das nächste Dokument unter die Kamera. Währenddessen können Sie sich gerne Notizen machen. Es gab auch schon Nutzer*innen, die sich Zitate auf ein Diktiergerät oder ihr Handy eingesprochen haben. Wenn Sie eine Seite besonders interessiert, können Sie diese auch gegen Rechnung in Kopie bestellen. Sagen Sie am besten gleich während der Durchsicht Bescheid, wenn Sie eine Seite bestellen möchten, so können wir sie entsprechend markieren.
Da diese Form der direkten Betreuung recht zeitintensiv ist, bieten wir Termine in der Regel mit einer Dauer von 15–30 Minuten an. Dieses Format eignet sich beispielsweise für die Durchsicht von Unterlagen mit bis zu 25 Seiten, zum Abgleichen von einzelnen Zitaten oder Daten, oder auch zum gezielten Auswählen und Bestellen von Fotos zur Bebilderung einer Publikation.
Die Anregung für diesen Service kam übrigens von einem Nutzer, der uns während der Corona-Pandemie fragte, ob wir etwas in dieser Art anbieten würden. Wir haben uns näher mit dieser Anregung beschäftigt und konnten kurz darauf die Dokumentenkamera in Betrieb nehmen. Seit Einführung haben Forschende aus Berlin, Hamburg und München sowie Österreich, Frankreich, Belgien, Polen, England, Israel, Argentinien und USA ohne lange Anreise unsere Bestände eingesehen. Also vielen Dank für diesen Anstoß!








