FutureLab – neues Bildungsformat zur Medienkompetenz

In Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, dem Ministerium für Kultus und dem Gymnasium in Groitzsch hat das Deutsche Buch- und Schriftmuseum (DBSM) im Rahmen eines strategischen Ziels „dbsm on the road“ ein Modellprojekt zum Thema Medienkompetenz entwickelt, das als „FutureLab – von Wissensspeicherung und KI“ am 7. Oktober 2026 eröffnet wird. Strategisch zahlt es einerseits auf das Thema Medienkompetenz, andererseits auf neue Bildungsformate für Schulen und die Bildungsangebote jenseits der Metropolregionen ein. Der Beitrag des DBSM: medienwissenschaftliche Expertise und Leihgaben aus der Ausstellung „Forget it?!“. Diese außerschulische Bildungsinitiative in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Gedächtniseinrichtungen und Bildung ist ein Pilot des Museums, das den Auftakt für weitere Kooperationen bildet.
Das Alte Ägypten kommt nach Groitzsch
Die erste Jahresausstellung des Wiprecht-Gymnasiums 2026 widmet sich dem Stein von Rosetta – dem Monument zur Entschlüsselung der altägyptischen Hieroglyphen. Mit einem facettenreichen Projekt, das Schule, Forschung, Technologie und Kultur verbindet, öffnet das Gymnasium seine Türen für ein außergewöhnliches Lern- und Erlebnisereignis. Mit drei Inschriften, drei Schriften und zwei Sprachen ist der Rosetta Stein Schlüssel zur Antike. Es ist ein Felsblock aus dem Jahr 196 v. Chr. und enthält dieselbe Nachricht in drei Schriften: Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch. Letztes war bekannt; doch erst 1822 gelang dem französischen Gelehrten Jean-François Champollion die entscheidende Entzifferung, die die Welt der alten ägyptischen Kultur für die Moderne erschloss.
Faksimile und „New Rosetta Stone“ – ein Wissensspeicher für die Zukunft

In der Vitrine des Foyers des Wiprecht-Gymnasiums präsentiert die Ausstellung ein Faksimile des Steins von Rosetta – eine Leihgabe des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. Es ist eine exakte Nachbildung des Originals, das sich heute im British Museum London befindet. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine weitere Leihgabe des Museums: der „New Rosetta Stone“. In Form einer Halskette ist es ein tragbare Version des Steins mit eingebautem digitalen Speicher, der 330 Texte und 600 Vokabeln in über 1.000 Sprachen enthält. Ein modernes Pendant zum historischen Stein, das die Weiterentwicklung der Wissensspeicherung von der Antike bis in die Ära der Künstlichen Intelligenz symbolisiert.
Die wissenschaftliche Projektbegleitung liegt bei Prof. Dr. Franziska Naether, Ägyptologin an der Universität Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Sie ist auch Mitbegründerin des Digital Rosetta Stone Project, das mit einem Team der University of Florida ein hochauflösendes 3D-Modell des Steins erstellt hat. „Mit den 3D-Aufnahmen konnten wir neue Ansätze in der Übersetzung ausprobieren und digitale Lernwerkzeuge erstellen, die wir auch in Groitzsch zeigen werden“ berichtet Franziska Naether. Für die 3D-Umsetzungen kooperierte das Projekt mit der TU Bergakademie Freiberg. Zusätzlich wird eine Rekonstruktion des Steins durch das Ägyptische Museum Leipzig gezeigt.
Lernen im FutureLab
Die Ausstellung ist eingebettet in das „FutureLab“ und die „Wipliothek“ des Wiprecht-Gymnasiums – einem Lern- und Lebensraum mit 30 Arbeitsplätzen. Hier finden sich Bücher, Tablets, Computer, ein Klavier mit Kopfhörern und Spiele – alles in einer intelligenten Raumnutzung mittels Raumteilern, initiiert, geplant und handwerklich umgesetzt durch Schüler*innen des Gymnasiums. Für das Projekt FutureLab hat die Schule bereits eine Auszeichnung zum Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ 2026 erhalten. Die Ausstellung selbst wird durch ein fächerübergreifendes Ganztagsangebot (GTA) begleitet. Schirmherr des Projektes ist der Sächsischen Staatsministers für Finanzen Christian Piwarz.
Eröffnung am 7. Oktober 2026
Die Vernissage zur ersten Jahresausstellung findet am 7. Oktober 2026 um 18:00 Uhr in der Aula des Wiprecht-Gymnasiums statt. Neben Grußworten, u. a. durch die Direktorin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, Dr. Stephanie Jacobs und einem Vortrag von Prof. Franziska Naether über altägyptische Sprachen, moderne Übersetzungsverfahren und den Einsatz von 3D-Druck und KI wird die Gelegenheit geboten, die Exponate zu betrachten und ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist öffentlich und kostenfrei. Die Einladung zur Eröffnung mit allen Informationen zum Download:






