My Project-Diary – Tiere in der DNB

9. Juli 2026
von Jana Weinlich

Über diese Reihe: Ich bin Jana, die Bundesfreiwillige des Jahrgangs 2025/26 der DNB in Frankfurt am Main. Dieses Projekt-Tagebuch folgt der Reihe “Auf tierischen Spuren durch die Deutsche Nationalbibliothek”, meinem Abschlussprojekt (BFD-Projekt). Sie soll einen neuen Zugang zur DNB als Archivbibliothek schaffen und Einblicke aus einer neuen Perspektive gewähren. Alle Videos werden auch auf dem Instagram-Kanal der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht.

Viele glauben ja, Tiere und Bibliothek seien ein Widerspruch. Kein Wunder! In den meisten öffentlichen Bibliotheken sind Nutzende mit Fell nicht gern gesehen. Obwohl Sie auch zu uns in die DNB keine Haustiere mitbringen dürfen, haben verschiedenste Vertreter der Tierwelt ihre Spuren bei uns hinterlassen! Auch vor unseren Spezialsammlungen dem Deutschen Buch-und Schriftmuseum, dem Deutschen Exilarchiv 1933 – 1945 und dem Deutschen Musikarchiv haben sie nicht halt gemacht. Es gibt hier noch so viele tierische Storys zu durchforsten, dass Sie sich fragen müssen: Wo will ich eigentlich anfangen?

Comichafte Zeichnung des Gebäudes des Deutschen Buch-und Schriftmuseums der DNB in Leipzig.
Comichafte Zeichnung des Eingangsbereiches des Deutschen Exilarchivs der DNB in Frankfurt am Main.

Auch hier im Deutschen Buch-und Schriftmuseum in Leipzig und den Deutschen Exilarchiv in Frankfurt am Main können wir so manche tierische Spuren verfolgen. Foto: DNB/ eigene Zeichnungen, Jana Weinlich

Während meines BFD habe ich auch immer wieder mit dem Online-Katalog der DNB gearbeitet. Deswegen legen wir hier den ersten Stopp unserer Spurensuche ein. Suchen wir im gesamten Bestand nach dem Stichwort “Tiere”, erhalten wir 123.013 Treffer. Als Archivbibliothek mit gesetzlichem Auftrag ist die DNB verpflichtet alle in Deutschland erschienen Werke und alles was auf Deutsch im Ausland oder über Deutschland erschienen ist zu sammeln. Egal ob in physischer oder digitaler Form. Dementsprechend vielfältig ist auch das Ergebnis unserer ersten Katalogrecherche: Von Häkelbüchern, über Kinder-und Jugendbüchern bis hin zu Sachbüchern und Krimis finden wir hier alles.

Wenn Sie also schon immer mal wissen wollten, wie der Alltag eines Spürhundes bei der Polizei aussieht (“Der Geruch des Todes“ – Cat Warren), was ein Oktopus von der Begegnung mit uns Menschen hält (“Rendezvous mit einem Oktopus“ – Sy Montgomery) oder welche geheimen Fähigkeiten die Vögel noch vor uns zu verbergen suchen (“Die Genies der Lüfte“ – Jennifer Ackerman) dann kommen Sie gerne bei uns in den Lesesälen vorbei. Natürlich finden Sie bei uns auch alle möglichen Lexika über Tiere so wie zahlreiche Bildbände aus allen Ländern der Welt.

Das ist jetzt erstmal nichts Neues, oder? Vielleicht fragen Sie gerade, ob es sich überhaupt lohnt diesen Beitrag weiter zu lesen. Dass eine Bibliothek von der Größe der DNB Bücher über Tiere hat, ist ja wohl selbstverständlich, werden Sie denken. Bevor Ihnen das hier also zu langweilig wird: Hier ein kleiner Game-changer!

Wir haben nicht nur Bücher über Tiere, sondern auch Bücher von Tieren! Ja, Sie haben richtig gelesen! Es gibt tatsächlich Bücher, in denen Tiere als Autor*innen angegeben wurden. Dazu gab es hier im Blog schon mal einen Beitrag, aber falls Sie den nicht kennen, nochmal eine kurze Zusammenfassung:

Wenn Tiere Bücher schreiben, gibt es zwei wesentliche Unterscheidungen:

Einmal können fiktive Tiere als Autor*innen genannt werden. So ist es zum Beispiel bei Geronimo Stilton. Als Romanfigur löst diese Maus zahlreiche Kriminalfälle und veröffentlicht im Anschluss ein Buch über ihre Erlebnisse. In diesem Fall werden die eigentlichen, menschlichen Autor*innen als Ideengeber der Bücher aufgeführt.

Eine zweite Möglichkeit ergibt sich, wenn real existierende Vertreter der Tierwelt als Schriftsteller tätig werden. Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel liefert uns die Krimi-Reihe von Rita Mae Brown. Hier überführen Katzen und Hunde gemeinsam mit ihren Besitzer*innen menschliche Übeltäter. Als Co-Autor gab Brown ihre eigene Katze Sneaky Pie Brown an. Weil in einer so großen Bibliothek natürlich alles seine Ordnung haben muss, wurde auch für den Kater ein Personendatensatz in unserem System angelegt. Er wurde allerdings mit dem zusätzlichen Hinweis versehen, dass es sich bei der eingetragenen „Person“ um eine Katze handelt.

Ich hoffe, mit diesem ersten Beitrag und dem dazugehörigen Video, konnte ich Ihnen einen ersten Eindruck vermitteln, welche tierischen Spuren man in einer Nationalbibliothek so alles begegnen kann. In Folge zwei verlassen wir die Welt der Haustiere und unsere Bestände und machen uns auf in die ungezähmte Wildnis!

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:DNB/ Jana Weinlich, eigene Zeichnungen

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