My Project-Diary – Tierische Unterstützung

23. Juli 2026
von Jana Weinlich

Über diese Reihe: Ich bin Jana, die Bundesfreiwillige des Jahrgangs 2025/26 der DNB in Frankfurt am Main. Dieses Projekt-Tagebuch folgt der Reihe “Auf tierischen Spuren durch die Deutsche Nationalbibliothek”, meinem Abschlussprojekt (BFD-Projekt). Sie soll einen neuen Zugang zur DNB als Archivbibliothek schaffen und Einblicke aus einer neuen Perspektive gewähren. Alle Videos werden auch auf dem Instagram-Kanal der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht.

Bis her haben wir vor allem tierische Spuren im Klima der gemäßigten Breiten verfolgt. Heute wollen wir die uns bekannten Landschaften und Lebensräume etwas verlassen und uns näher mit ein paar Bewohnern des Regenwaldes und der Tropen beschäftigen.

Obwohl sie auf den ersten Blick unscheinbar sein mögen, haben sich unserer Vertreter der exotischen Fauna doch als unverzichtbare Alltagsbegleiter etabliert. Folgen wir zuerst den vielleicht größten Spuren des Tierreiches: Denen des Elefanten. Sie führen uns in die untersten Etagen der DNB, hinab in die unterirdischen Magazine. Hier werden all die Medien aufbewahrt, die dem gesetzlichen Auftrag entsprechend, unter unseren Sammelauftrag fallen. Während die digitalen Publikationen „einfach“ auf großen Servern gespeichert werden können, brauchen physische Medienwerke erheblich mehr Platz bei der Aufbewahrung. Um die vorhandene Fläche trotzdem möglichst effektiv zu nutzen, haben wir hohe Drehregale, die perfekt auf die Größe der jeweiligen Bücher angepasst sind. Bevor diese Regale, wegen ihrer Höhe zu einem Problem für unsere Mitarbeitenden werden, holen sie sich einen unserer tierischen Unterstützer zu Hilfe. Unseren Elefantenfuß.

Zeichnung eines "Elefantenfußes" im Comic-Stil
Unser DNB-Elefantenfuß. Foto: DNB/ Jana Weinlich, eigene Zeichnung

Wenn Sie dieses Bild hier sehen, wissen Sie wahrscheinlich, woher der Name kommt. Diese leicht modifizierte Variante eines klassischen Hockers oder Trittes ähnelt in ihrer äußeren Erscheinung doch sehr dem Fuß der grauen Rüsseltiere.

Die „Elefantenfüße“ haben von drei Seiten eine Einbuchtung, die man nutzen kann, um den Tritt zu besteigen. Durch die abgeflachte Kegelform bleibt er aber trotz der einseitigen Gewichtsverteilung stabil und kippelt nicht.

Besonders praktisch ist auch, dass der „Elefantenfuß“ an der Unterseite mit Rollen versehen ist. Wenn unsere Mitarbeitenden die Bestellungen der Nutzenden zusammenstellen, können sie die Aufstiegshilfe bequem von Magazinregal zu Magazinregal rollen und müssen sich nicht ewig mit Schleppen abmühen. Aber keine Sorge: Wenn der „Elefantenfuß“ in Benutzung genommen wird, versenken sich die Rollen automatisch in der Unterseite und der Tritt steht mit der Unterkante sicher auf dem Boden.

Auch unser nächster tierischer Helfer ist aus dem Dschungel zu uns in die Lesesäle gekommen. Hier gibt es zwar weniger Pflanzen, dafür aber umso mehr Blätter. Nämlich in Gestalt der mehr als 37 Millionen (Stand 2022) physischen Medienwerke, sprich Bücher, die Sie hier vor Ort lesen können. Zwischen diesen Buchseiten fühlt sich unserer Bücherschlange besonders wohl. Keine Sorge, die ist nicht giftig. Viel mehr ist sie ein weiters nützliches Hilfsmittel, dass nicht nur uns Mitarbeitenden, sondern auch Ihnen als Nutzer*innen das Arbeiten in der Bibliothek erleichtern kann. Bei unseren Bücherschlangen handelt es sich um ein schlauchförmiges Stück Samtstoff, das mit Kunststoffgranulat gefüllt ist. Wir von der DNB nutzen sie manchmal, um ausgewählte Werke aufgeschlagen in Vitrinen zu präsentieren. Man legt einfach eine Bücherschlange an der entsprechenden Stelle das Buch und schon bleibt es aufgeschlagen. Weil das natürlich auch für Ihre Recherchearbeit bei uns durchaus nützlich sein kann (wer will schon mit einer Hand stundenlang einen schweren Gesetzestext aufgeschlagen halten?), können diese besondere Reptilien an der Servicetheke in den Lesesälen ausgeliehen werden!

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:DNB/ Jana Weinlich

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  • ISSN 2751-3238