Asterix, Goethe und die Queen

25. Januar 2022
von Elke Jost-Zell

Wo treffen sich der Gallier, der Dichterfürst und die britische Königin? In der Gemeinsamen Normdatei GND!

Eine Grafik des jungen Goethe, der lächelnden Königin Elisabeth II. und der Comicfigur Asterix von Elke Jost-Zell, die die bunte Vielfalt der Normdatensätze für Personen in der Gemeinsamen Normdatei GND illustriert.

Die bunte Welt der Personennamen in der GND
Grafik: Elke Jost-Zell, Deutsche Nationalbibliothek, CC-BY-SA 3.0 DE

Für die Comicfigur Asterix, den naturforschenden Dichter Johann Wolfgang von Goethe und die britische Königin Elisabeth II., und viele andere, gibt es Personendatensätze in der Gemeinsamen Normdatei (GND).

Bibliothekar*innen erstellen diese Normdatensätze und verlinken sie mit anderen Datensätzen, zum Beispiel für Bücher. Auf diese Weise weben sie ein Netz aus Daten, mit dem Nutzer Bücher, andere Medien und bibliografische Daten in Bibliothekskatalogen suchen und finden können.

Personen – Fakt und Fiktion

Personendatensätze gibt es für reale Personen, fiktive Gestalten, Götter und Geister. Deshalb tummeln sich in der Gemeinsamen Normdatei nicht nur Goethe, Elisabeth II. und Asterix, sondern auch Wissenschaftler wie Albert Einstein, eine historische Persönlichkeit wie Charlotte von Stein und eine literarische Gestalt wie Frankenstein, der Bundeskanzler Olaf Scholz und der Nationalbibliothekar Frank Scholze, das Universalgenie Leonardo da Vinci und der Schauspieler Leonardo di Caprio, der Zauberer Harry Potter und die Kinderbuchautorin Beatrix Potter, die Göttin Diana sowie Lady Diana.

Verlinkt – vernetzt!

Mit Goethes Datensatz sind seine Werke verknüpft, so dass eine Autor- und Werksuche möglich ist, wenn man ein bestimmtes Buch aus seiner Feder sucht oder eine Literaturzusammenstellung anfertigen will. Bücher über Goethe sind ebenfalls mit seinem Datensatz verlinkt, so dass man auch Medien über ihn und seine Dichtung vom Sturm und Drang bis zur Weimarer Klassik finden kann.

Königin Elisabeth II. ist uns nicht als Autorin bekannt – zumindest nicht unter ihrem echten Namen, und wir würden es nie wagen, hier über Pseudonyme oder Geheimnamen zu spekulieren. Her Majesty hat dennoch einen Datensatz, denn es gibt reichlich Literatur ÜBER sie als Person der Zeitgeschichte. Und sollte sie einmal ihre Memoiren veröffentlichen, werden auch diese mit ihrem Datensatz verbunden.

Geistige Schöpfer und ihre Schöpfungen

In der Bibliothekswelt sprechen wir von Autoren und Künstlern als „geistigen Schöpfern“ und ihren Werken als „geistigen Schöpfungen“. Asterix ist somit kein geistiger Schöpfer, sondern eine (vielgeliebte) geistige Schöpfung. Er hat einen eigenen Datensatz, damit man Literatur über ihn finden kann. Denn Asterix’ Abenteuer mit Obelix, Idefix und anderen -ixen werden nicht nur in den Heften von René Goscinny, Albert Uderzo etc. erzählt. Auch Literaturwissenschaftler*innen schreiben über ihn und das kleine Dorf in Gallien, wobei sie jeden Hinkelstein heben und Hinweise auf die Zusammensetzung des mirakulösen Zaubertranks unter die Lupe nehmen.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Elke Jost-Zell, Deutsche Nationalbibliothek

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