Rüsseltiere in der Nationalbibliothek?

1. April 2024
von Elke Jost-Zell

An was denken Sie, wenn Sie den Begriff Elefantenfuß hören?

Flora oder Fauna?

An einen der vier erdnahen Körperteile eines in Afrika und Indien lebenden Rüsseltiers? Oder an die den Elefantenfüßen ähnelnden Stämme der Pflanze Beaucarnea recurvata, die in unseren Breitengraden eher schmächtig im Topf wächst, aber in der freien Wildnis heimischer tropischer Wälder bis zu neun Metern hoch wird? Vielleicht denken Sie auch an die Elefantenfuß-Dinosaurier der Urzeit, die ebenfalls recht stramme Beinchen hatten.

Doch keine Angst, in der DNB beherbergen wir weder lebende Elefanten im Bibliotheksgarten noch haben wir einen Jurassic Park, in dem wir Urzeittiere züchten noch lebt hier der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.

Zeichnung vonn zwei Vorderbeinen eines Elefanten mit rosa Schleife
Künstlerisch: Elefantenfuß mit Schleife

Bibliotheks-Elefantenfuß

Sprechen Bibliothekar*innen von einem Elefantenfuß, meinen sie damit eine Vorrichtung, circa 50 cm hoch und rollfähig, die den eher niedrig gewachsenen unter uns Beschäftigten dabei hilft, höher gelegene Bücherregale zu erreichen. Nicht jede*r von uns kann sich bis in die luftige Höhe der obersten Regale recken, und das Schweben und Besenfliegen lernt man vielleicht in Hogwarts, aber nicht in den Hochschulen für Bücherwürmer. Doch irgendwie muss man ja an die Bücher ganz oben im Regal herankommen! Hier kommt der Bibliotheks-Elefantenfuß ins Spiel, auf den wir klettern können. Er ist grau und der Form nach dem Fuß eines der majestätischen Dickhäuter ähnlich, weshalb wir ihn Elefantenfuß nennen. Meist steht er nicht dort, wo er gerade gebraucht wird. Dann gehen wir hoffnungsfroh auf die Suche, finden ihn in den benachbarten Bücherregalen, rollen ihn fix an die gewünschte Stelle und erklimmen ihn. Beim Aufstieg versenken sich die Räder, der Rand steht fest auf dem Boden und wir können in aller Ruhe Bücher aus dem Regal zupfen oder einstellen.

Bild eines betretbaren Hockers
Hilfreich: Elefantenfuß vor dem Bücherregal
Foto: Elke Jost-Zell, Deutsche Nationalbibliothek

In der Gemeinsamen Normdatei, GND (oder auch nicht)

Das Schlagwort Elefantenfuß haben wir zwar nicht in der Gemeinsamen Normdatei, GND – dazu müssten erst Bücher über ihn geschrieben werden. Dafür haben wir Schlagwörter für den Elefanten (ca. 7780 Treffer im DNB-Katalog), den Elefantenfuß-Dinosaurier (ca. 6 Treffer) und die Familie der Spargelgewächse (ca. 24 Treffer), zu denen der pflanzliche Elefantenfuß gehört. Und für die Bibliothekar*innen, die unser elefantengraues Helferchen mehr oder minder leichtfüßig betreten.

Eine Bibliothekarin betritt einen Hocker, um an höher gelegene Regale zu kommen
Sportlich: Elefantenfuß im praktischen Einsatz
Foto: Marlene Lambert, Deutsche Nationalbibliothek

Elke Jost-Zell

Elke Jost-Zell ist als Bibliothekarin, GND-Redakteurin und Autorin in der Abteilung Inhaltserschließung der Deutschen Nationalbibliothek tätig.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Zeichnung: Elke Jost-Zell

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden erst veröffentlicht, nachdem sie von uns geprüft wurden.
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Über uns

Die Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale Archivbibliothek Deutschlands.

Wir sammeln, dokumentieren und archivieren alle Medienwerke, die seit 1913 in und über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden.

Ob Bücher, Zeitschriften, CDs, Schallplatten, Karten oder Online-Publikationen – wir sammeln ohne Wertung, im Original und lückenlos.

Mehr auf dnb.de

Schlagwörter

Blog-Newsletter

In regelmäßigen Abständen erhalten Sie von uns ausgewählte Beiträge per E-Mail.

Mit dem Bestellen unseres Blog-Newsletters erkennen Sie unsere Datenschutzerklärung an.

  • ISSN 2751-3238