Stets gut beraten: Book a Librarian (BaL)

14. Oktober 2026
von Andrea Makoschey

Seit November 2022 bieten Kolleg*innen der Benutzungsdienste die individuelle Rechercheberatung „Book a Librarian“ je nach Wunsch vor Ort oder virtuell an. Die Kolleg*innen unterstützen bei der Literaturrecherche und geben weiterführende Hinweise zur Ermittlung von Bestandsnachweisen. Aktuell sind vier Kolleg*innen am Leipziger Standort und vier Kolleg*innen am Frankfurter Standort involviert, unter ihnen bietet eine Kollegin eine Literaturrecherche mit musikalischem Schwerpunkt und eine Kollegin eine ergänzende Literaturrecherche mit KI an. Nachfolgend lesen Sie Erläuterungen und persönliche Erfahrungen zu diesem Serviceangebot als kurzen Werkstattbericht.

Wie werde ich als interessierte Person auf diesen Service aufmerksam?

Das Angebot finden Nutzende auf unserer Website. Oder sie werden über Plakate und Aushänge im Lesesaal informiert, über Postkarten, die zur Mitnahme ausliegen, sowie Hinweise, die an der Servicetheke, am Telefon oder schriftlich per E-Mail und im Chat erteilt werden.

Wie läuft die Terminbuchung ab?

Nutzende können über das Reservierungstool auf unserer Website einen Termin vereinbaren. An allen Werktagen sind verschiedene Uhrzeiten buchbar. Damit wir uns auf das im Buchungsformular anzugebende Thema angemessen vorbereiten können, ist eine Vorlaufzeit von drei Arbeitstagen erforderlich. Zwei Tage vor dem Termin wird automatisch eine Erinnerungsmail verschickt. Diese enthält den Link zum virtuellen Beratungsraum als Zoom-Meeting oder bei einer Beratung vor Ort Informationen zum Treffpunkt. Ein Beratungsgespräch dauert durchschnittlich 30 bis 45 Minuten.

Zu welchen Themen wird denn eine Literaturrecherche angefragt?

In verkürzter Form führe ich beispielhaft zehn Themen auf, zu denen ich gebucht wurde. Sie stehen stellvertretend für viele weitere aus allen Wissensbereichen und Fachgebieten und veranschaulichen die enorme thematische Bandbreite:

Messung von Climate Policy Uncertainty | Postsowjetische Erinnerungsliteratur ab 1986 | Indigenes Recht in Mexiko | KI im Vertrieb | Genome Editing | Omnichannelstrategie in der Versicherungsbranche | CO2-Bepreisung in Abfallentsorgungsanlagen | Ethnizität im Kinderbuch | Klassismus in der Jugendhilfe | Weibliches Selbstverständnis im Deutschrap

Wie bereitest Du Dich auf den Beratungstermin vor?

Wenn ich das fachfremde Thema, zu dem ich gebucht wurde, nicht im Ansatz verstehe, ist das zunächst ein kleiner Schreck-Moment. Fremdworte, Anglizismen, Fachvokabular sind in der Themenstellung zuhauf enthalten. Da heißt es tief durchatmen.

Ich nähere mich einem Thema, indem ich zunächst versuche, es inhaltlich zu erfassen. Gegebenenfalls unbekannte Begriffe, Abkürzungen, Personen werden nachgeschlagen, geschichtliche Ereignisse eingeordnet – Wikipedia-Einträge können hier durchaus hilfreich sein. Dann schließt sich die thematische Recherche in unserem Katalog über Schlagwörter und das Browsen in der DDC an. Auch die Suche in den digitalisierten Inhaltsverzeichnissen führt häufig zu weiteren Ergebnissen. Für eine Recherche auf Artikelebene beziehe ich die Portale der Fachinformationsdienste (FID) ein: Webis – Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken. Während des Beratungstermins erkläre ich, welche Portale und die Verwendung welcher Suchschlüssel zielführend sind. So erarbeiten wir gemeinsam eine ansehnliche Trefferliste. Im Anschluss an den Vor-Ort-Termin kann ein Skript per Mail zugesandt werden. Das Skript enthält Hinweise auf verwendete Suchschlüssel, Links zu Portalen und einzelnen Datensätzen. Das virtuelle Gespräch erlaubt ein Hochladen des Skripts schon während der Videokonferenz.

Fast immer können wir die Nutzenden in ihrer Erwartungshaltung zufriedenstellen. Unsere Recherchetipps, kurze Trefferlisten und weiterführende Hinweise auf andere Institutionen werden dankbar aufgenommen. Nicht zuletzt ist auch der eigene Erkenntnisgewinn beachtlich. Der anfängliche Schreck-Moment hat sich aufgelöst: „Alles ist machbar“.

Mit einem Augenzwinkern

Mit einer Ausnahme. Als mein „persönliches Waterloo“ erwies sich das Thema „Eindringtiefe von Bombenblindgängern durch unterschiedliche Bodenarten und oberirdische Aufbauten“. Da ich mit verschiedensten Suchstrategien keinen Erfolg verzeichnen konnte, habe ich den Beratungstermin storniert und per Mail auf die Expertise der TIB Hannover, der UB der Universität der Bundeswehr und den Fachinformationsdienst BAUdigital verwiesen.

Wer bucht den Service „Book a Librarian“?

Im Anschluss an den Termin erhalten die Nutzenden einen Online-Fragebogen zugeschickt. Dadurch war uns schon zum dritten Mal eine Evaluation des Service möglich.

Die Nutzenden sind größtenteils Studierende und Promovierende. Zunehmend befinden sich aber auch Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe darunter, die „Book a Librarian“ für die zum Beispiel in Bayern übliche „W-Seminararbeit“ in Anspruch nehmen. Der überwiegende Teil der Nutzenden des Beratungsangebots ist im Besitz eines Benutzungsausweises der DNB. Das Angebot richtet sich aber auch an Nicht-DNB-Nutzende, die meistens über die Website zu uns finden und bevorzugt das virtuelle Gespräch buchen.

Die positiven Ergebnisse und Rückmeldungen wie „Toller Service – bitte beibehalten“ motivieren meine Kolleg*innen und mich, das Angebot fortzusetzen und dem Wunsch der Nutzenden auch weiterhin nachzukommen.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Beratungsgespräch!

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Foto: Dimhou | pixabay.com

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  • ISSN 2751-3238