Umfangreiche Schenkung der Künstlerin Birgit Olzhausen
Grafiken und Künstlerbücher gehen an das DBSM
In Zeiten knapper Kassen und stark gekürzter Budgets steht immer wieder die Frage im Raum: Wie kann das Deutsche Buch- und Schriftmuseum (DBSM) seinen Bestand aufbauen? Gerade die künstlerischen Kleinstauflagen in den Buchsammlungen oder auch den grafischen Einzelblatt-Sammlungen unterliegen nicht der Pflichtablieferung der Deutschen Nationalbibliothek. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich großartig, wenn Künstlerinnen und Künstler mit Schenkungen an das DBSM heran treten.
Birgit Olzhausen, Grafikerin und Buchkünstlerin, gebürtig aus Bayern, jetziger Lebens- und Arbeitsort in der Schweiz, hat das getan. Direkt aus Winterthur (CH) reiste sie an, mit einem umfangreichen Portfolie aus grafischen Serien und besonderen Künstlerbüchern zum Thema Schrift und Materialität. Als Grafikdesignerin und Künstlerin hat sie ein umfangreiches Werk geschaffen.
„Es war mir wichtig, dass meine Werke an einem guten Ort untergebracht sind“, betont sie. Ihre Schenkung geht ein in die Sammlung Buch ab 1900 – Künstlerbücher und die Grafische Sammlung des DBSM.

Zur Schenkung gehören zum Beispiel Unikat-Künstlerbücher wie „Belsazar“ oder „Canto Gregoriano“ und „Häuptling Seattle“, ein „Experimentelles Alphabet“ oder auch ein „Leporello auf Packpapier“ im Siebdruck.

Zu den übergebenen Grafiken zählen zum Beispiel verschiedene Drucke (Sieb- und Prägedruck) auf verschiedenen Papieren wie Japan- oder Büttenpapier, verschiedene experimentelle und kalligrafische Alphabete, auch Collagen und Vorstudien.

„Vereinfachung strebt Birgit Olzhausen an, um sich der Komplexität der Welt zu nähern. In ihrem künstlerischen Schaffen ist die Kraft von Symbolen ein wesentlicher Faktor. Der Mensch nutzt Symbole,
um Unvorstellbares in den Bereich der Greifbarkeit hereinzuholen. Birgit Olzhausen versucht in ihren Arbeiten, Transparenz zu schaffen, um über die oberflächliche Existenz der Dinge hinaus deren wesentlichen Charakter zu ergründen. Ihr offenes Formenalphabet lässt an archaische Elemente denken.“ (Aus Birgit Olzhausen – zeichenhafte Bildkörper = Birgit Olzhausen – symbolic image embodiment / Text: Sabine Arlitt, Zürich. – [Winterthur] : Edition MO, [2023]. – Seite 1)
Das DBSM bedankt sich bei der Künstlerin sehr herzlich für Ihr Vertrauen
Cornelia Ranft
Cornelia Ranft ist Sammlungsleiterin für das Buch ab 1900 im Deutschen Buch- und Schriftmuseum. Dazu zählt auch die Sammlung Künstlerbücher und künstlerische Drucke sowie die Raubdrucksammlung Albrecht Götz von Olenhusen






