Rückblick – “Denkst du noch an Trenčín?”

2. Juni 2026
von Jana Weinlich

Sie steht als Kulturhauptstadt 2026 im Mittelpunkt des kulturellen Interesses Europas. Die slowakische Stadt Trenčín.

Am 18.05. durften wir sie auch bei uns in der DNB begrüßen. Rund 200 Gäste, vor Ort und im Livestream, genossen ein einzigartiges Programm, dass sich Trenčín auf vielfältige Weise näherte.

Sylvia Asmus, die Direktorin des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main steht an einem Rednerpult und blickt den Betrachter mit einem sympathischen Lächeln entgegen.
Sylvia Asmus. Foto: Rafael Herlich

Eingeläutet wurde der Abend mit den Grußworten von Dr. Sylvia Asmus, der Leiterin des Deutschen Exilarchivs, Dr. Ina Hartwig, der Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, des Honorarkonsuls der Slowakischen Republik Imrich Donath und der stellvertretenden Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa Tanja Krombach.

Imrich Donath, der Honorarkonsul der Slowakischen Republick steht an einem Rednerpult mit dem Logo der Deutschen Nationalbibliothek. Er sieht den Betrachter direkt an.
Imrich Donath. Foto: Rafael Herlich
Dr. Ina Hartwig die Kulturdozentin der Stadt Frankfurt am Main steht an einem Rednerpult mit dem Logo der Deutschen Nationalbibliothek. Sie sieht den Betrachter mit einem zugewandten, offenen Gesichtsausdruck an.
Ina Hartwig. Foto: Rafael Herlich
Tanja Krombach die stellvertretenden Direktorin des Deutschen Kulturvorums östliches Europa steht an einem Rednerpult mit dem Logo der Deutschen Nationalbibliothek. Im Hintergrund eine Leindwand mit einer Präsentation. Sie trägt den Titel: "Denkst du noch an Trencin?" Hinter dieser Überschrift sieht man ein Foto der Stadt Trencin.
Tanja Krombach. Foto. Rafael Herlich

Nach einer ersten musikalischen Darbietung des jüdischen Musik-Ensembles Hudba na tanieri (“Musik auf dem Teller”) waren alle bereit für den ersten Programmpunkt. Dr. Maroš Borský, der Direktor des Jüdischen Gemeindemuseums Bratislava, brachte uns die Geschichte der Synagoge Trenčíns näher. In seinem Bildervortrag weihte er uns ein in deren Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft. Er zeigt, auf welche Weise das jüdische Leben die Stadt geprägt hat und warum es für das kulturelle Programm Trenčíns 2026 aktuell wie nie ist.

Maroš Borský an einem Rednerpult der DNB.
Maroš Borský hält einen spannenden Vortrag über die Synagoge Trenčíns und zeigt, wie sehr das jüdische Leben die Kultur der Stadt bis heute prägt. Foto: Rafael Herlich

Eine weitere musikalische Darbietung gibt uns die Möglichkeit, unser neu erworbenes Wissen zu sortieren und uns gedanklich auf die bevorstehende Gesprächsrunde vorzubereiten.

Auch hier bleiben wir beim jüdischen Leben in Trenčín. Unter der Moderation von Sabena Donath, der Direktorin der Jüdischen Akademie, hören wir Maroš Borský und Dr. Eva Umlauf zu. Eva Umlauf ist Holocaust-Überlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees – und in Trenčín aufgewachsen. Ihre Erfahrungen verwebt sie mit einer kritischen Sicht auf aktuelle politische Entwicklungen. Ihr jüngstes Buch trägt den Titel “Genau so fängt es an. Ein Appell”. Darin ruft sie uns alle dazu auf, mehr zu tun, aktiv zu werden gegen den erstarkenden Rechtsradikalismus und Antisemitismus in Deutschland. Nur so können wir verhindern, dass sich einer der dunkelsten Abschnitte der deutschen Geschichte wiederholt und der jüdischen Jugend eine sichere Zukunft ermöglichen.

Eva Umlauf mit einem Mikrofon in der Hand. Sie blickt den Betrachter ernst an.
Zeitzeugin Eva Umlauf, stammt ursprünglich aus Trenčín. Sie appeliert an Politik und Gesellschaft, jüdisches Leben besser zu schützen und stärker gegen Antisemitismus vorzugehen. Foto: Rafael Herlich

Im Anschluss lauschen wir einem Gespräch des Autors Lukás Cabala und seiner Übersetzerin Stefanie Bose. Er hat den Roman “Denkst du noch an  Trenčín?” geschrieben, der unserer Veranstaltung seinen Namen gab. Der Austausch der beiden gibt uns einen Einblick in den Entstehungsprozess seiner Geschichte und auch der künstlerischen Gestaltung des Werkes.

Lukás Cabala mit der Übersetzerin Stefanie Bose. Diese hat ein aufgeschlagenes Buch auf dem Schoss. Beide sitzen auf einer Bühne und schauen ins Publikum.
Stefanie Bose liest uns nicht nur aus Lukás Cabalas neuestem Werk vor, sondern spricht auch mit ihm über dessen Entstehungsprozess. Foto: Rafael Herlich

Bevor wir den Abend mit einer letzten musikalischen Darbietung ausklingen lassen, stellt uns ein Mitglied des Ensembles noch das Festival jüdischer Kultur HaNahar vor und lädt uns herzlich ein, sie dazu in Neustadt an der Waag zu besuchen.

Für alle, die die Veranstaltung verpasst haben, gibt es hier die Aufzeichnungen des Livestreams!

Der Veranstaltungsaal der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main ist gut gefüllt. Auf der Bühne steht links ein Rednerpult hinter dem verschiedene Roll-Ups, unter anderem der Solwakischen Kulturtage, stehen. Auf der Leinwand in der Mitte wird eine Präsentation gezeigt. Man sieht den Titel der Veranstaltung "Denkst du noch an Trencin" vor einem Bild der slowakischen Stadt. Darunter der Zusatz: Europäische Kulturhauptstadt 2026. In der rechten Bildhälfte steht eine Gruppe Musikerinnen an verschiedenen Instrumenten. Eine Frau ist Sängerin und hält ein Mikrofon in der Hand
Die Mitglieder des Musik-Ensembles Hudba na tanieri (“Musik auf dem Teller”) laden uns zum Abschluss alle herzlich zum jüdischen Kulturfestival HaNahar ein. Foto: Rafael Herlich
*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Rafael Herlich

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