„Zugang gestalten!“ in Leipzig
Künstliche Intelligenz.

Die Frage nach dem Zugang zu Informationen und Wissensressourcen ist nicht nur ein Aspekt in der Debatte um gesellschaftliche Teilhabe, sondern vor allem auch eine Nagelprobe für den Status von Demokratien: Nur eine Gesellschaft, für die der möglichst breite und niederschwellige Zugang zu dem in Bibliotheken, Museen und Archiven gespeicherten Weltwissen explizites Ziel ist, kann sich demokratisch nennen. Das gilt vor allem in einer Zeit, in der die Teilhabe am Wissen durch Autokraten wieder vermehrt infrage gestellt wird. Oder – so bringt es der Leiter der Konferenzreihe Prof. Paul Klimpel, auf den Punkt: „Der Zugang entscheidet die Zukunft des kulturellen Erbes!“

Daher sind wir dankbar, die 15. Ausgabe der erfolgreichen Konferenzreihe „Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig beherbergen zu können. Ihr Jahresthema: Künstliche Intelligenz – KI. Allerorten ist von den segensreichen und kritischen, in ihren Langzeitwirkungen noch nicht im Ansatz absehbaren Folgen der Künstlichen Intelligenz auf alle Bereiche des Lebens die Rede. Die Debatte um die gesellschaftliche, politische, rechtliche und vor allem bildungspolitische Relevanz von Konzepten und Instrumenten der KI hat seit langem auch uns Kulturerbeeinrichtungen erreicht. KI beeinflusst nicht nur Erfassung und Erschließung von kulturellem Erbe, sondern ebenso Auffindbarkeit und Zugänglichkeit sowie die kulturelle Vermittlung und politische Bildung. Sie wirkt sich massiv auf die Kunst aus und ermöglicht neue Produktionsprozesse. Mit welchen Chancen und Risiken ist das verbunden? Die Ergebnisse von Algorithmen sind kaum oder gar nicht nachvollziehbar und die Technik ermöglicht Manipulationen in bisher unbekanntem Ausmaß.
Für den Zugang zum kulturellen Erbe stellen sich dadurch neue und grundlegende Fragen:
Welche ethischen Grundsätze sollten für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Bereich des kulturellen Erbes gelten? Welche Rolle spielen Nachvollziehbarkeit und transparente Quellen? Was ist im Umgang mit sensiblen Daten zu beachten? Welche Rolle nehmen dabei traditionelle Kulturerbe-Einrichtungen ein? Inwieweit sollen, dürfen oder müssen digitalisierte Bestände des kulturellen Erbes als Trainingsdaten für KI-Modelle genutzt werden, – und von wem?

In zahlreichen Vorträgen, Diskussionen, Vertiefungsgruppen und einem „Markt der Möglichkeiten“, der experimentelle KI-Anwendungen für Gedächtniseinrichtungen präsentiert, beschäftigen sich die Teilnehmenden der Konferenz „Zugang gestalten!“ mit diesen Fragen. Näheres zu den Vortragenden entnehmen Sie bitte dem Programm: Zugang Gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe . Ein vielgestaltiges Rahmenprogramm mit Führungen und Abendveranstaltungen begleitet die fachlichen Impulse der Konferenz.

Am 22. Oktober findet ein Empfang im Stadtarchiv Leipzig mit anschließender Preisverleihung des „Riegel – KulturBewahren“ statt, der in diesem Jahr an die Konferenz „Zugang gestalten!“ verliehen wird.
Am Donnerstagabend, dem 23. Oktober, findet im Deutschen Buch- und Schriftmuseum exklusiv für die Konferenzteilnehmer*innen die Eröffnung der Ausstellung „Forget it?! Zukünfte und Geschichten der Wissensspeicherung“ statt. Die erinnerungskulturelle Zeitreise wurde in Kooperation mit dem Deutschen Literaturinstitut konzipiert.
Die Konferenzreihe „Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ ist ein Beitrag zum Diskurs über die mit der Digitalisierung zusammenhängenden Chancen, Hindernisse, Herausforderungen und Veränderungen von Bibliotheken, Archiven und Museen und ihr Verhältnis zu anderen Institutionen, Initiativen und Wirtschaftsunternehmen.
Die Konferenz wird getragen vom Bundesarchiv, der Deutschen Nationalbibliothek, dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum, dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, der Deutschen Digitalen Bibliothek, dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin, dem iRights e.V., dem Jüdischen Museum Frankfurt, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Wikimedia Deutschland e.V. und dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Weitere Informationen zur Konferenzreihe: https://zugang-gestalten.org/uber-uns/
Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Anmeldung unter https://zugang-gestalten.org/programm-2025/ .Die Vorträge und Podien der Konferenz werden parallel per Livestream übertragen. Ausgenommen sind die Abendveranstaltungen, die Vertiefungsveranstaltungen und der Markt der Möglichkeiten. Für die Teilnahme per Livestream ist keine Anmeldung erforderlich (Link folgt).
Die Räumlichkeiten, in denen die Veranstaltung stattfindet, sind barrierefrei zugänglich.
Armin Bernuth
ist Mitarbeiter in der Stabsstelle für Strategische Entwicklung und Kommunikation sowie dem Projektmanagement Office der Deutschen Nationalbibliothek.
Stephanie Jacobs
ist Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums.
Johannes Neuer
ist der Direktor der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig.






