Zwischen den Regalen – Ernst-Peter Biesalski

26. Januar 2026
Das Interview führteChristine Hartmann

In Zwischen den Regalen kommen Nutzende der Deutschen Nationalbibliothek zu Wort. Sie kommen aus unterschiedlichen Gründen und aus unterschiedlichen Bereichen. Sie nutzen die Lesesäle in Leipzig und Frankfurt als Recherche, Arbeits- oder Lernort. Hier geben sie Einblicke in ihre Arbeit, stellen Projekte vor und erzählen ihre Geschichte. Heute: Ernst-Peter Biesalski

Lieber Herr Biesalski stellen Sie sich doch zu Beginn einmal kurz vor!

Mein Name ist Ernst-Peter Biesalski. Ich bin Buchwissenschaftler und war bis vor gut einem Jahr als Professor für Buchhandel und Verlagswirtschaft an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig tätig. Seit meiner Emeritierung bin ich mindestens einmal die Woche an der Deutschen  Nationalbibliothek.

Man sieht einen Mann, der den Betrachter anlächelt. In der rechten Hand hält er eine Brille. Er sitzt an einem Schreibtisch in modernem Design. Vor ihm steht ein aufgeklapptes Notebook und verschiedene aufgeschlagene Texte. Eine der vergilbten Seiten zeigt die Zeichnung einer Maschine. Auf der rechten Seite des Tisches liegt ein Stapel alt aussehender Bücher mit braunen Einbänden und goldenen Verzierungen. Vor dem Mann an der Tischkante ist eine chromfarbene Leselampe befestigt. Im Hintergrund sieht man eine Fensterfront mir eine Reihe halbhoher Bücherregale davor. Die Fenster sind dreieckig. Wobei immer ein gleich großes Rechteck diagonal geteilt und jeweils in der unteren Hälfte verglast wurde.
Ernst-Peter Biesalski zu Gast bei Zwischen den Regalen. (Foto: Fanni Fröhlich, DNB)

Woran arbeiten Sie gerade?

Mein Interesse gilt historischen Fragestellungen in der Buch- und Medienbranche. Derzeit beschäftige ich mich besonders mit der Entstehung und der Entwicklung des grafischen Maschinenbaus in Leipzig. 

Man sieht ein Regal im Magazin der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig. Die beiden Bücher im Vordergrund tragen den Titel "Karl Krause Leipzig" Das rechte Exemplar dazu noch die Jahreszahl 1903. Hinter diesen beiden Büchern stehen weitere alt wirkende Publikationen, die ebenfalls mit dem Namen "Karl Krause" betitelt sind.
Auch solche Werke über den Unternehmer Karl Krause sind es, die Ernst-Peter Biesalski immer wieder in die DNB führen. Karl Krauses Firmen waren dem Bau von Maschinen des grafischen Gewerbes verschrieben und entwickelten diese auch weiter. (Foto: Christine Hartmann, DNB)

Warum arbeiten und forschen Sie so gern in der DNB?

Gerade bei dieser Fragestellung bin ich an der Deutschen Nationalbibliothek besonders gut aufgehoben, oder um es zu präzisieren, am Deutschen Buch- und Schriftmuseum. Denn hier finde ich nicht nur die entsprechende Fachliteratur, sondern auch Prospektmaterial, Kataloge und weitere Quellen. Und darüber hinaus verfügt das Museum über eine Sammlung grafischer Maschinen, so dass ich die theoretischen Betrachtungen mit praktischen Anschauungsstücken verknüpfen kann.

Welches Potential hat die Sammlung der Deutschen Nationalbibliothek für Sie?

Naja, bei der Deutschen Nationalbibliothek kann ich eben sicher sein, dass alles an Literatur, was nach 1913 erschienen ist, vorhanden ist. Und auch für die Zeit davor ist ein bemerkenswerter Bestand deutschsprachiger Titel im Haus. Das ist enorm bequem und erleichtert die literaturbasierte Arbeit. Hinzu kommen die Spezialsammlungen – wie etwa die des Deutschen Buch- und Schriftmuseums oder die des Musikarchivs. 

Wo fühlen Sie sich in der Bibliothek am wohlsten? Was ist Ihr Lieblingsplatz?

Das ist jetzt gar keine so einfache Frage. Generell komme ich sehr gerne an die DNB und freue mich, hier meine Zeit mit Themen verbringen zu können, die mich interessieren. Dabei nutze ich die unterschiedlichen Lesesäle, die alle etwas für sich haben. Am Ende bin ich aber am liebsten im Lesesaal des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. Mit seiner ruhigen und entspannten Atmosphäre bietet er mir ideale Voraussetzungen für konzentriertes Lesen und Arbeiten. Und was auch noch erwähnt werden muss: dazu tragen die netten und aufmerksamen Mitarbeiter*innen ganz wesentlich bei. 

Hier lässt es sich gut arbeiten. Im Lesesaal des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der DNB in Leipzig. (Foto: Fanni Fröhlich, DNB)
*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Fanni Fröhlich, DNB

Ein Kommentar zu „Zwischen den Regalen – Ernst-Peter Biesalski“

  1. Anonym sagt:

    Schöner Beitrag mit interessanten Einblicken, danke!

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  • ISSN 2751-3238