Neue Daten für die Musiksammlung des DMA
Die Musiksammlung des Deutschen Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek (DMA) ist immens. Mehr als zwei Millionen Tonträger sind hier für die Ewigkeit archiviert und stehen unter idealen klimatischen Bedingungen in den Regalen unserer Magazine. Auch wenn die Sammlung an unkörperlich veröffentlichter Musik gerade rasant wächst, bleibt der jährliche Zugang an Tonträgern weitestgehend konstant. Damit Sie die Musik auf unseren Tonträgern problemlos auffinden können, werden diese nach bibliothekarischen Regeln von spezialisiertem Personal erschlossen. Dies geschieht nach Regelwerken und Vorgaben, auf die sich Bibliotheken, Archive und andere Institutionen teils national, teils international geeinigt haben. Diesen Regeln folgt die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) und durch diese Regeln ist festgelegt, welche Informationen bei unterschiedlichen Medientypen verzeichnet werden.
Album- und trackbasierte Erschließung
Für physische Tonträger (CDs, Schallplatten etc.) besagt das Regelwerk, dass diese auf Tonträgerebene erschlossen werden. Es werden also alle Informationen zu Interpret, Albumtitel, Label, Veröffentlichungsdatum und mehr erfasst. Was dabei nicht erfasst wird, sind Informationen auf Trackebene, also Tracktitel, trackbasierte Identifier und anderes. Insbesondere seit Musiktitel digital veröffentlicht, heruntergeladen oder gestreamt werden, hat sich die Relevanz solcher Informationen enorm gesteigert, um die Auffindbarkeit der Tracks zu verbessern.
Um diese Lücke im Katalog zu schließen, bezieht die DNB Informationen von externen Quellen (Fremddaten), die die bestehenden Informationen zu physischen Tonträgern ergänzen. Dafür bezieht die Nationalbibliothek Informationen u. a. von der freien und offenen Datenbank „MusicBrainz“ und speist diese über ein Match-and-Merge-Verfahren in den Katalog ein. Dabei wird die Gesamtheit der Daten von MusicBrainz mit dem Musikdatenbestand des DMA automatisch abgeglichen und es werden nur Informationen übernommen, die eindeutig einem physischen Tonträger zugeordnet werden können. Die damit erstellten Metadaten werden im Katalog als Fremddaten gekennzeichnet und überschreiben keine intellektuell erstellten oder geprüften Informationen.

Ein Meilenstein für die DNB
Für den Abgleich zwischen MusicBrainz und den Metadaten physischer Tonträger im Bestand des Deutschen Musikarchivs wurden keine Informationen übernommen, bei denen eine Zuordnung nicht exakt war. Ein einfacher Abgleich z. B. von Interpret und Albumtitel ist nicht ausreichend, weil auf dem Musikmarkt immer wieder Spezialveröffentlichungen erscheinen, die zwar auf den ersten Blick gleich aussehen, aber doch unterschiedliche Inhalte (Bonustrack, Extended Version etc.) aufweisen. Dennoch sind wir mit dem Ergebnis nach gründlichen Tests und der Menge der einwandfrei zugeordneten Titeltracks sehr zufrieden: Inzwischen wurde der Musikkatalog um ca. 850.000 Track-Datensätze angereichert. Diese Zahl soll künftig durch Anpassungen und regelmäßige Wiederholungen des Verfahrens weiter anwachsen. Diese neuen Informationen sind auch im Katalog durchsuchbar.
Der so angereicherte Katalog des DMA bietet nicht nur einen Mehrwert bei den Datenbeziehenden und Lesesaalnutzenden der DNB, er eröffnet auch Möglichkeiten zur Kooperation mit Wirtschaft und wissenschaftlicher Forschung.
Metadatenbezug
Unmittelbar nach Import können die Track-Datensätze, die auf Abgleich und Übernahme aus der MusicBrainz-Datenbank basieren, über die bekannten Bezugswege und Exportformate kostenfrei bezogen werden – z. B. über den DNB-Portalkatalog mit angebundenem Datenshop – und stehen wie alle bibliografischen Metadaten der Deutschen Nationalbibliothek unter der Lizenz CC 1.0 zur Verfügung.
Im Katalog können die Daten hier eingesehen werden.
Track-Datensätze aus Abgleich und Übernahme aus der MusicBrainz-Datenbank sind nicht Teil der Deutschen Nationalbibliografie.
Informationen/Neuigkeiten zu Track-Metadaten gab es auch beim 6. Datenbezieher-Workshop am 11. und 12. März 2026 in Frankfurt am Main.






