Geteiltes Wissen, doppelter Gewinn

14. Juni 2023
von Sina Hofmann & Roland Pankonin

English translation below

Ein Kollege aus Japan zu Gast in der DNB. Auf der Suche nach einer ausgewogenen Balance im Arbeitsalltag – zwischen juristischer Vorschrift und praktikabler Umsetzung.

Nur vermeintlich trockener Stoff – Begrüßung in herzlicher Atmosphäre

Am Vormittag des 27. Februar 2023 begrüßen wir unseren Gast, Herrn Takeshi Osako, im Foyer der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Er ist Leiter der Rechtsabteilung an der National Diet Library Japan und hatte zuvor weltweit bereits andere große Bibliotheken besucht, bevor ihn sein Weg Ende Februar auch nach Deutschland führte. In dienstlichem Auftrag recherchierte er Aspekte der Umsetzung einer vergleichbaren, per Gesetz untermauerten Pflichtabgabe von Publikationen in einer sich rasant verändernden Medienlandschaft. Ganz nah an die Praxis angelehnt ging es Herrn Osako u. a. auch um Erörterungen zur Verfügbarkeit und Nutzung archivierter Objekte. Die Vorbereitungen auf seinen Besuch begannen bereits im Herbst 2022. Mit detaillierten Fachfragen wandte er sich im Sinne des kollegialen Austausches an die jeweils Verantwortlichen in unserer Einrichtung. Herr Dr. Henze (Abteilungsleiter Inhaltserschließung) und Frau Junger (Fachbereichsleiterin Erwerbung und Erschließung) organisierten eine breitgefächerte Unterstützung für Herrn Osako, um seinem Interesse am Wirken der DNB gesamtheitlich und umfassend nachzukommen.

Am 28.02.2023 fand die offizielle Begrüßung von Takeshi Osako
durch Ute Schwens, Direktorin in Frankfurt am Main, statt.
Foto: Ulrike Junger / Privataufnahme

Während seines dreitägigen Aufenthalts, den Herr Osako für den Besuch der beiden Standorte der Deutschen Nationalbibliothek vorgesehen hatte, erwartete ihn ein vielfältiges Programm aus Vorträgen und Führungen. Daneben blieb ausreichend Freiraum für Gespräche und für den ganz persönlichen Erfahrungsaustausch. Denn, Herr Osako hatte auch diffizile Fragen im Gepäck. Aber dazu später mehr. Zuvor wollen wir kurz die Bibliothek vorstellen, die unser Gast bei seinem Besuch vertritt.

Über die NATIONAL DIET LIBRARY Japan
Die National Diet Library Japan (NDL Japan) wurde wie die Library of Congress in Washington als Parlamentsbibliothek gegründet. Vom Gesetz dazu verpflichtet, nimmt die einstige Parlamentsbibliothek heute die Rolle einer Nationalbibliothek wahr – verteilt auf die zwei Standorte Tokio und Kyoto mit einer von Anfang an geplanten und auch gelebten Aufgabenteilung. Die NDL Japan geht einem unserer Bibliothek vergleichbaren Sammlungsauftrag nach und bezieht sich dabei auf eine gesetzlich verankerte Pflichtabgabe. Zudem stellt sie sich als moderne Bibliothek den Herausforderungen einer künftigen Informationsgesellschaft. Hinzu kommen Notfallkonzepte, abgesichert durch gewollte Redundanz der Sammlung und die Erhaltungsverpflichtung und Restaurierung von Papier und anderen Datenträgern. Die NDL sammelt zudem alle phonografischen Aufnahmen, die in Japan gemacht wurden und verfügt derzeit über eine Sammlung von 300.000 Schallplatten und 200.000 CDs. Mit der Erhaltung und Modernisierung von Gebäuden und auch der Errichtung von Neubauten stehen Themen obenauf, die in Japan wie auch bei uns auf einer ewigen To-do-Liste stehen.

Verweilen wir mit Unterstützung eines Echtzeitübersetzers auf tiefer liegenden Websites der NDL, kann dabei schnell ein Gefühl von thematischer Vertrautheit aufkommen. Allein die Historie des Entstehens und der Entwicklung ist selbstredend eine ganz andere. Heute fungiert die moderne Nationalbibliothek Japans nicht mehr nur zur Unterstützung der Forschungsarbeit der Parlamentsangehörigen, sondern wird auch im Anfrageverhältnis von 1:10 dem gestiegenen Informationsbedarf der breiten Öffentlichkeit gerecht.

Gegründet 1948/1949, um die Mitglieder des japanischen Parlaments bei der Erforschung von Fragen der öffentlichen Ordnung zu unterstützen. Die anfängliche Sammlung bestand aus rd. 100.000 Bänden, mit der Fertigstellung des Anbaus 1986 bietet die Hauptbibliothek in Tokyo heute Platz für rd. 12 Mio. Objekte.
© Foto: CC BY-SA 3.0DE

Kansai-kan in Kyoto

Die Bibliothek in Kyoto ist die quasi-Auslandsabteilung der National Diet Library Japan und hat zudem die Aufgaben eines Informationsverarbeitungszentrums im Reigen der Standorte übertragen bekommen. Ein Blick auf den Kansai-kan der Nationalen Parlamentsbibliothek in Kyoto.

Foto: user:amagase , National Library Kansai CC BY-SA 3.0

Mit der Angliederung der Internationalen Bibliothek für Kinderliteratur als Zweigbibliothek zur bereits existierenden Nationalen Parlamentsbibliothek kam ab dem Jahr 2000 der Nationalbibliothek Japans eine weitere Spezialisierung als Hauptaufgabe zu. Heute ist sie das Zentrum für Kinderbücher-bezogene Bibliotheksdienste in Japan auf nationaler und internationaler Ebene.

Nach diesen Vorbemerkungen nun zurück zum Ausgangspunkt dieses Blog-Beitrags.

Am ersten Besuchstag in Frankfurt a. M. wurde Frau Schauberger, dem Justiziar Herrn Wohlstein und Herrn Pankonin die Ehre zuteil, Herrn Osako begleiten zu dürfen. Für die Nachmittagsstunden war ein Gesprächstermin mit Herrn Steinke zu sehr speziellen Aspekten der Migration und Emulation von elektronischen Datenträgern vereinbart.

Foto: Marlies Böhm / Privataufnahme

Ebenso ein Schwerpunkt des ersten Tages waren die Rundgänge durch Lesesäle und Magazine. Im Eröffnungsgespräch mit Herrn Osako am Vormittag des ersten Besuchstages wurden grundsätzliche Sachverhalte zur allgemeinen Zugänglichmachung zu Sammlungsbestandteilen erörtert: die gesetzliche Verpflichtung der Deutschen Nationalbibliothek, ihre Bestände für die Allgemeinheit nutzbar zu machen; das grundgesetzlich garantierte Recht auf Informationsfreiheit, welches wiederum – zum Beispiel im Interesse des Jugendschutzes – eingeschränkt werden kann; das Informationsfreiheitsgesetz, das dem Einzelnen das Recht auf Informationen aus den Akten und Beständen der öffentlichen Hand verschafft, sowie das Verhältnis dieser Freiheitsrechte etwa zum europäischen Datenschutz und zum Urheberrecht. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag denn auch in der Verfahrenskultur der Bibliothek gegenüber Nutzeranforderungen in Einzelfällen. Sehr konkret wurde es bei der Frage: Wie geht die DNB mit Publikationen um, die einer besonderen Schutzwürdigkeit unterliegen, sei ein Anliegen nun von außen initiiert oder um internen Festlegungen nachzukommen. Weiterer Informationsbedarf richtete sich auf die – wie Herr Osako vermutete Zusammenarbeit mit Behörden und der deutschen Gerichtsbarkeit. Dank Herrn Wohlstein ist es in sehr umfassenden Darstellungen gelungen, das Aufeinander-Aufbauen und die mitunter juristisch sehr komplizierte Verflechtung von (Informationsfreiheits-)Gesetzen und zu beachtenden (Schutz-)Bestimmungen zu erläutern.

Gesonderte Bestandsaufstellungen mit inzwischen bedeutungslos gewordenen Symbolen und verblichene Zeichen an Magazinrücken – all diese Dinge erzeugten eine vertraute Atmosphäre beim Rundgang. So ähnlich der ursprüngliche, mitunter dem Zeitgeist angepasste Schutzgrund für bestimmte Materialien – so bemüht die Formulierung von Umsetzungsbestimmungen für die Herausgabe – so schwierig und anfällig die praktischen Verfahrensweisen im Einzelfall.

Die verbleibende Zeit gut nutzen – vorhandene Inhalte sichern

In einem expliziten Gesprächsteil war vorgesehen, dass wir Herrn Osako gegenüber auch Fragen seiner japanischen Kollegen beantworten können, die sich unter dem Titel: use of packaged electronic publications at the DNB zusammenfassen lassen. Welche Verfahrensweisen haben wir bei uns etabliert, um den ewigen Gebrauch, die Nutzung und v. a. die grundsätzliche Verfügbarkeit der Inhalte von elektronischen Publikationen sicherzustellen?

Foto: Roland Pankonin / Privataufnahme

In ausführlicher Form schilderte Tobias Steinke von der Stabstelle IT Langzeitarchivierung, wie wir uns als nationales Archiv darauf vorbereiten müssen, dass künftig die Inhalte einer Diskette oder CD aus technischen Gründen nicht mehr ausgelesen werden können. Den Vorgang dazu nennt man in der Computerwelt Emulation. Die Emulation ist ein Verfahren, um Programme nachzubilden, damit diese auf nicht-kompatiblen Geräten oder Anlagen laufen können. Hierbei wird Hardware nachgebildet oder eine Einheit durch eine andere Einheit simuliert. Ein Gerät verhält sich dann gewollt wie ein anderes. Herr Steinke erläuterte die notwendigen technischen Maßnahmen, um so die Langzeitnutzung zu ermöglichen und drohendem Datenverlust vorzubeugen. Stichworte wie emulierte Umgebung und Datenextraktion fielen in dem Gespräch ebenso häufig, wie Kopierschutz, Rechtsfragen und Lizenzierung.

Die 5-W-Fragen zur Erwerbung und Erschließung

Am zweiten Tag besuchte Herr Osako den Fachbereich Erwerbung und Erschließung. Der Fokus des Gespräches lag hierbei auf dem Sammlungsaufbau der Deutschen Nationalbibliothek.

  • Welche Inhalte sind im Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) und in ihrer Pflichtablieferungsverordnung (PflAV) verankert?
  • Was wird gesammelt?
  • Wer ist ablieferungspflichtig?
  • Wie erfolgt die Pflichtablieferung?
  • Wo sind die Medienwerke nachgewiesen?

Es sind die ganz grundsätzlichen Fragen, über die sich wesentliche Aufgaben beider Nationalbibliotheken skizzieren lassen. Die Antworten darauf bildeten die Gesprächsgrundlage für einen sehr fachspezifischen Abgleich hinsichtlich der Herangehensweise zum Sammlungsaufbau und zur Ermittlung fehlender Titel. Neben vielen Gemeinsamkeiten spiegelte der Austausch auch die wachsenden Herausforderungen aus einer sich verändernden Verlagslandschaft wider. Ausgelöst insbesondere durch den Online-Markt und scheinbar grenzenloser Verbreitungsmöglichkeiten werden immer wieder neue Publikationsformen kreiert. Die daraus resultierenden technischen Anforderungen sind dadurch zwangsläufig einem stetigen Wandel unterzogen. Neben unterschiedlichen, zum Teil automatisierten Ablieferungsprozessen bei Netzpublikationen, bildet die Langzeitverfügbarkeit und Authentizität einen weiteren Aspekt der gesetzlichen Grundlagen und so auch der Umgang mit sensiblen Daten.

Erst wurde intensiv vorgetragen, später gab es dann noch eine große Hausführung.
Takeshi Osako in Begleitung von Ulrike Junger, Sina Hofmann und Christian Schütz
Foto: Volker Weber / Privataufnahme

Massenhaft Input – ein Abstecher an den Ursprung

Mit all diesen Eindrücken und Informationen reiste Takeshi Osako anschließend an den zweiten Standort der Deutschen Nationalbibliothek weiter. In Leipzig wurde er von Jörg Räuber (Leiter Benutzung) und Ruprecht Langer (Leiter Deutsches Musikarchiv) empfangen.

Den Vormittag verbrachten Herr Osako und Herr Langer im Deutschen Musikarchiv und widmeten sich Fragen zur Pflichtablieferung und Erschließung von Musik. Dabei ging es auch um Verhältnis und Kommunikation zwischen dem Musikarchiv und der deutschen Label- und Verlagslandschaft. Hier konnten beide über Parallelen und Unterschiede zur Musiksammlung anderer europäischer sowie der japanischen Nationalbibliothek sprechen, und welche Chancen und Herausforderungen damit für die Arbeitspraxis verknüpft sind.

Weiter von großem Interesse waren die CD-Migration – die Musik sämtlicher Audio-CDs des Deutschen Musikarchivs wird digital über die Computer in den Lesesälen bereitgestellt – und damit verbunden Fragen zum Bestandsschutz von Musikalien und Tonträgern. Dadurch konnte ein schöner Bogen hin zu einer Führung durch den Musiklesesaal mit seinen Arbeitsplätzen samt Klaviaturen sowie in die schallisolierte Hörkabine geschlagen werden. Damit ein Rundgang durch das Deutsche Musikarchiv nicht klanglos bleibt, konnte Herr Osako im Vortragsraum einen Eindruck davon gewinnen, wie frühe Tonträger wie Edison-Phonographen-Walzen, Lochplatten und Schellackschallplatten geklungen haben, und welch ein technisches Wunderwerk ein selbstspielender Reproduktionsflügel ist.

Doch nicht nur für die Geschichte der europäischen Tonträgerindustrie hat sich unser Gast interessiert, sondern auch für die Geschichte der heutigen Deutschen Nationalbibliothek und des Deutschen Musikarchivs in Berlin und später in Leipzig. Es hat Herrn Osako nicht überrascht, dass die Ortswahl für Bibliothek und seit 2011 auch für das Musikarchiv auf Leipzig gefallen war. Er wusste um die Bedeutung der Stadt für die Mediengeschichte, insbesondere mit Hinblick auf die Dichte an Schrift- und Notenverlagen über die vergangenen Jahrhunderte hinweg.

Foto: Birgit Schwefel / Privataufnahme

Im weiteren Tagesverlauf wandten sich dann Takeshi Osako und Jörg Räuber u.a. auch dem Thema „Umgang mit problematischen Pflichtexemplaren“ zu. Wie geht die Deutsche Nationalbibliothek mit Medienwerken um, die bedenkliche, zum Teil sogar juristisch und ethisch angreifbare Inhalte verbreiten und die dennoch inventarisiert, erschlossen und bereitgestellt werden (müssen). Ähnliche Fragen bewegen auch die Kolleginnen und Kollegen in Japan. Großes Verständnis brachte Herr Osako den Erläuterungen der heutigen Benutzungspolitik entgegen, die Einschränkungen in der Nutzung von Medienwerken sehr strikt nur bei vorliegenden juristischen Titeln zulässt. Das begründet sich auch in den Erfahrungen der institutionellen Geschichte insbesondere des Leipziger Hauses, das in mehreren historischen Perioden des 20. Jahrhunderts – Kaiserzeit, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR und Kalter Krieg – für Zwecke von Zensur und ideologischer Indoktrination missbraucht wurde.

Bei einem Rundgang durch Lesesäle und Magazine, der auch zu den Materialien aus den einstigen „Giftschränken“ und zu Bestandsgruppen mit noch erkennbaren Spuren früherer Indizierung und Separierung führte, konnten noch weitere gemeinsame Themen bibliothekarischer Arbeit erörtert werden.

Welche Bedeutung das Thema für die National Diet Library hat, wird auch durch die Reiseroute von Herrn Osako ersichtlich, die ihn von Frankfurt/Main über Leipzig noch nach Berlin und München führte und bereits zuvor Besuche in Paris, London sowie Ottawa im Programm hatte.

Was wird uns in Erinnerung bleiben? – ein Resümee

Was zeigt uns die Gegenwart? Welche Erfahrungen lassen sich in die Zukunft übertragen? Als einen intensiven Blick über den jeweils eigenen Tellerrand – so betrachten wir den Erfahrungsaustausch mit Herrn Osako rückblickend und in hohem Maße wertschätzend. Die gesetzliche Verankerung, nach der die Nationalbibliothek Japans zur Sammlung körperlicher elektronischer Medien und der Netzpublikationen per 01.01.2023 verpflichtet ist, mag neu hinzugekommen sein – doch die Parallelität sich daraus ergebender Herausforderungen ließ uns schnell zu einem gegenseitigen Verständnis und Verstehen kommen. Für diese Art und Weise eines Austausches möchten wir uns bei Herrn Takeshi Osako im Namen aller Beteiligten ganz herzlich bedanken.

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(Fassung in englischer Übersetzung)

Shared knowledge, double profit

A colleague from Japan as a guest at the DNB. In search of a balance in everyday work – between legal regulation and practicable implementation.

Only supposedly dry material – welcome in a warm atmosphere

On the morning of 27 February 2023, we welcome our guest, Mr. Takeshi Osako, to the foyer of the German National Library in Frankfurt am Main. He is head of the legal department at the National Diet Library Japan and had previously visited other large libraries around the world before his path also took him to Germany at the end of February. On official assignment, he researched aspects of the implementation of a comparable, legally underpinned compulsory delivery of publications in a rapidly changing media landscape. Very close to practice, Mr. Osako was also concerned with discussions on the availability and use of archived objects. Preparations for his visit began as early as autumn 2022. With detailed technical questions, he turned to the respective responsible persons in our institution in the spirit of collegial exchange. Dr. Henze (Head of Content Cataloguing) and Ms. Junger (Head of Acquisitions and Cataloguing) organised a wide range of support for Mr. Osako in order to meet his interest in the work of the DNB holistically and comprehensively.

The official welcome of Takeshi Osako by Ute Schwens, Director in Frankfurt am Main,
took place on 28 February 2023.
Picture: DNB / Private recording

During his three-day stay, which Mr. Osako had planned to visit the two locations of the German National Library, a varied programme of lectures and guided tours awaited him. In addition, there was enough free time for conversations and for the very personal exchange of experiences. Because, Mr. Osako also had difficult questions in his luggage. But more about this later.
Before that, we would like to briefly introduce the library that our guest represents during his visit.

About the NATIONAL DIET LIBRARY Japan
Like the Library of Congress in Washington, the National Diet Library Japan (NDL Japan) was founded as a parliamentary library. Obligated by law to do so, the former parliamentary library now fulfils the role of a national library – distributed between the two locations of Tokyo and Kyoto with a division of tasks planned and lived from the very beginning. The NDL pursues a collection mandate comparable to that of our library, and in doing so it refers to a legally anchored compulsory donation. The NDL Japan pursues a collection mandate comparable to that of our library, and in doing so it refers to a legally anchored mandatory levy. Moreover, as a modern library, it faces the challenges of a future information society. In addition, there are emergency concepts, secured by deliberate re-dundancy of the collection and the obligation to preserve and restore paper and other data carriers. The NDL Japan also collects all phonographic recordings made in Japan and currently has a collection of 300,000 records and 200,000 CDs. With the preservation and modernisation of buildings and also the construction of new buildings, topics that are on top of an eternal to-do list in Japan as well as in our country are.

If, with the support of a real-time translator, we dwell on the deeper websites of the NDL, a feeling of thematic familiarity can quickly arise. But the history of its emergence and development is, of course, quite different. Today, the modern National Library of Japan no longer functions only to support the research work of members of parliament, but also to meet the increased information needs of the general public at a request ratio of 1:10.

Picture: user:Wiiii, National library kansai 2009, CC BY-SA 3.0

The NDL Japan was established in 1948/1949 to assist members of the Japanese parliament in researching public policy issues. The initial collection consisted of around 100,000 volumes. With the completion of the extension building in 1986, the main library in Tokyo now has space for around 12 million items.

Kansai-kan in Kyoto

The library in Kyoto is the quasi-foreign department of the National Diet Library Japan and has also been assigned the tasks of an information processing centre in the round of locations. A view of the Kansai-kan of the National Parliamentary Library in Kyoto.

Creative Commons LicensePicture: user:amagase , National Library Kansai , CC BY-SA 3.0

With the affiliation of the International Library of Children’s Literature as a branch library to the already existing National Parliamentary Library, the National Library of Japan was given a further specialisation as its main task from the year 2000 onwards. Today, it is the centre for children’s book-related library services in Japan on a national and international level.

Having said that, let’s get back to the starting point of this blog post.

On the first day of the visit to Frankfurt a. M., Ms. Schauberger, the legal advisor Mr. Wohlstein and Mr. Pankonin had the honour of accompanying Mr. Osako. A meeting with Mr. Steinke on very specific aspects of migration and emulation of electronic data mediums was arranged for the afternoon hours.

Picture: Marlies Böhm / Privat recording

Another focus of the first day was the tours of the reading rooms and storage rooms.In the opening discussion with Mr Osako on the morning of the first day of the visit, fundamental facts about making collection items generally accessible were discussed: the legal obligation of the German National Library to make its holdings available to the general public; the constitutionally guaranteed right to freedom of information, which in turn can be restricted – for example, in the interest of protecting minors; the Freedom of Information Act, which gives individuals the right to information from public records and holdings; and the relationship of these freedoms to, for example, European data protection and copyright. A major focus was on the procedural culture of the library vis-à-vis user requests in individual cases. The question became very concrete: how does the DNB deal with publications that are subject to special protection, whether a request is initiated externally or in order to comply with internal regulations. Further need for information was directed at the – as Mr. Osako first assumed cooperation with authorities and the German judiciary. Thanks to Mr. Wohlstein, it was possible to explain in very comprehensive presentations how (freedom of information) laws and the (protection) regulations to be observed build on each other and the sometimes legally very complicated interweaving.

We use the remaining time and save existing content

In an explicit part of the conversation, it was planned that we could also answer questions from his Japanese colleagues to Mr. Osako, which can be summarised under the title: use of packaged electronic publications at the DNB. What procedures have we established to ensure the perpetual use, utilisation and, above all, the basic availability of the contents of electronic publications?

Picture: Roland Pankonin / Privat recording

Tobias Steinke from the IT Long-Term Archiving staff unit described in detail how we, as national library, must prepare ourselves for the fact that in future the contents of a diskette or CD can no longer be read out for technical reasons. The process for this is called emulation in the computer world. Emulation is a procedure for reproducing programmes so that they can run on non-compatible devices or systems. In this process, hardware is simulated or one unit is simulated by another unit. One unit then intentionally behaves like another. Mr. Steinke explained the necessary technical measures to enable long-term use and to prevent the threat of data loss. Keywords such as emulated environment and data extraction came up just as frequently in the discussion as copy protection, legal issues and licensing.

The 5-W-questions on Acquisition and Cataloguing

On the second day, Mr. Osako visited the Acquisitions and Cataloguing Department. The focus of the discussion was on the collection development of the German National Library.

  • What content is enshrined in the German National Library Act (in German: DNBG) and its Compulsory Submission Ordinance (in German: PflAV)?
  • What is collected?
  • Who is obliged to deliver?
  • What is the type of the mandatory delivery that will be carried out?
  • Where are the media works accounted for?

These are the very basic questions that can be used to outline the essential tasks of both national libraries. The answers formed the basis for a very specialised comparison of approaches to building up collections and identifying missing titles. In addition to many commonalities, the exchange also reflected the growing challenges from a changing publishing landscape. Triggered in particular by the online market and seemingly limitless distribution possibilities, new forms of publication are being created again and again. The resulting technical requirements are inevitably subject to constant change. In addition to different, partly automated delivery processes for online publications, long-term availability and authenticity form another aspect of the legal basis and thus also the handling of sensitive data.

First there was an intensive lecture, then later there was a grand tour of the house.
Takeshi Osako accompanied by Ulrike Junger, Sina Hofmann and Christian Schütz
Picture: Volker Weber / Privat recording

Mass input – a detour to the source

With all these impressions and information, Takeshi Osako then travelled on to the second location of the German National Library. In Leipzig, he was received by Jörg Räuber (Head of Usage) and Ruprecht Langer (Head of German Music Archive).

Mr. Osako and Mr. Langer spent the morning at the German Music Archive and addressed questions about the compulsory delivery and indexing of music. They also discussed the relationship and communication between the music archive and the German label and publishing landscape. Here, both were able to talk about parallels and differences to the music collection of other European libraries as well as the Japanese National Library, and what opportunities and challenges are associated with this for working practice.

Another topic of great interest was CD migration – the music of all audio CDs of the German Music Archive is made available digitally via the computers in the reading rooms – and related questions about the protection of music and sound recordings. This provided a nice link to a guided tour of the music reading room with its workstations including pianos and the soundproof listening booth. To ensure that a tour of the German Music Archive does not remain soundless, Mr. Osako was able to gain an impression in the lecture room of how early sound carriers such as Edison phonograph cylinders, perforated records and shellac records sounded, and what a technical marvel a self-playing reproduction grand piano is.

But our guest was not only interested in the history of the European recording industry, but also in the history of today’s German National Library and the German Music Archive in Berlin and later in Leipzig. Mr. Osako was not surprised that Leipzig was chosen as the location for the library and, since 2011, also for the music archive. He was aware of the city’s importance for media history, especially with regard to the density of type and sheet music publishers over the past centuries.

Picture: Birgit Schwefel / Private recording

In the course of the day, Takeshi Osako and Jörg Räuber also addressed the topic of „Dealing with problematic deposit copies“. How does the German National Library deal with media works that disseminate questionable content, some of which is even legally and ethically questionable, and which nevertheless (have to) be inventoried, indexed and made available? Similar questions also concern colleagues in Japan. Mr. Osako was very sympathetic to the explanations of the current usage policy, which allows restrictions on the use of media works very strictly only in the case of existing legal titles. This is also based on the experience of the institutional history of the Leipzig House in particular, which was misused for purposes of censorship and ideological indoctrination in several historical periods of the 20th century – the imperial era, the Weimar Republic, National Socialism, the GDR and the Cold War. During a tour of the reading rooms and stacks, which also led to the materials from the former „poison cabinets“ and to groups of holdings with still recognisable traces of earlier indexing and separation, it was possible to discuss further common topics of library work. The importance of the topic for the National Diet Library is also evident from Mr. Osako’s itinerary, which took him from Frankfurt/Main via Leipzig to Berlin and Munich and had already included visits to Paris, London and Ottawa.

What will we remember? – a résumé

What does the present show us? What experiences can be transferred to the future? We regard the exchange of experiences with Mr. Osako as an intensive look beyond our own horizons – retrospectively and with a high degree of appreciation. The legal anchoring, according to which the National Library of Japan is obliged to collect physical electronic media and net publications as of 01.01.2023, may be a new addition – but the parallelism of resulting challenges allowed us to quickly come to a mutual understanding and comprehension. For this kind of exchange we would like to thank Mr. Takeshi Osako very much on behalf of all participants.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Utagawa Hiroshige I

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