Library Love
Incipit
Bibliotheken – sie sind Sehnsuchtsort, Arbeitsstätte, Büchertempel, Dritter Ort, Bildungs- und Informationsstätte, ein Ort der Ruhe und des Friedens und der Begegnung. Unzählige Menschen lieben und brauchen Bibliotheken, und manche verlieben sich sogar in den Räumen einer Bibliothek. Es gibt Menschen, die Bücher nicht nur lesen, sondern auch sammeln und sich eine eigene, ganz persönliche Privatbibliothek erschaffen.

Foto: Klaus-D. Sonntag
Bibliotheken als Bauwerke wecken in der einen Autor*in den Wunsch, sie als Schauplatz für ihre Geschichte zu nutzen – so wie die Historikerin Deborah Harkness, deren Protagonistin Diana im Lesesaal der Bodleian Library in Oxford ein magisches Buch aufschlägt, das sich jahrhundertelang im Büchermagazin versteckt hielt (Die Seelen der Nacht). Oder sie bauen sie ein als dekorative Filmkulisse wie der Drehbuchautor Stephen Sommers, der in Die Mumie aus dem Jahr 1999 eine als Bibliothekarin arbeitende Archäologin ganze Regalreihen im Dominoeffekt zum Einsturz bringt, bevor sie das Herz eines gutaussehenden Abenteurers erobert. In dem Roman Der besessene Bibliothekar des rumänischen Autors Mircea Eliade ist es Cesare, der als Bibliothekar einer Provinzstadt begeistert mittelalterliche griechische Manuskripte entschlüsselt, bis ein Brand in der Bibliothek ausbricht und er die mysteriösen Ereignisse dieser Nacht entschlüsseln muss. In Umberto Ecos berühmtem Roman Der Name der Rose spielt die labyrinthhafte, mysteriöse Bibliothek eine unheimliche Hauptrolle und (Achtung – Spoiler Alarm!) birgt ein verschollen geglaubtes Buch, das Zweite Buch der Poetik des Aristoteles, um das sich die gesamte Geschichte rankt und welches durch seine Beschäftigung mit der Komödie und dem menschlichen Lachen als für so gefährlich erachtet wird, dass dafür gemordet wird. Eine kleine Liebesgeschichte gibt es darin auch. In Ray Bradburys Kurzgeschichte Tausch besucht ein aus dem Krieg heimgekehrter Soldat die geliebte Bibliothek seiner Jugend und die darin noch immer treu arbeitende Bibliothekarin nimmt ihn mit auf eine Zeitreise zu seinen frühen Leseabenteuern. Bradbury, der auch Fahrenheit 451 (in einer Bibliothek!) schrieb, in dem die Angst vor Bücherverbrennungen lodert und die Befürchtung, dass Bücher und Geschichten einmal nur noch in den Erinnerungen einiger weniger Menschen fortbestehen könnten.
Vielleicht liegt es daran, dass so viele Autor*innen und Künstler*innen ihre Werke in einer Bibliothek ersinnen oder in Lesesälen dafür recherchieren und an ihren Texten schreiben … die Bibliothek als ein Ort der Geheimnisse ist omnipräsent, und welches größere Geheimnis gibt es schon als die Liebe?
Gehen Sie mit uns auf ein Leseabenteuer zu den Bibliotheken und derer, die sie und die Bücher (und Menschen) darin lieben …

Foto: Tina Bode CC-BY-SA 3.0DE

Petra Kuhlemann & Elke Jost-Zell
Petra Kuhlemann und Elke Jost-Zell sind als Bibliothekarinnen und Autorinnenteam für die Deutsche Nationalbibliothek tätig







… und ein Hinweis führt zum nächsten und schon fallen Autoren*namen und schon freu ich mich auf Montag, wenn meine Lieblingsbibliothek wieder geöffnet hat!
Herzlichen Dank, ihr Zwei!!!!