Welche Hausnummer hat mein Lieblingsbuch?

17. Juni 2022
von Anja Müller

Am 15. Mai hieß es endlich mal wieder „Türen auf mit der Maus“.

Zusammen mit Josephine Kreutzer, Lisa Zehner und Volker Weber durfte ich zwei Gruppen mit Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren mit deren Familien in der DNB Frankfurt begrüßen.

Angemeldet hatten sich die Kinder bei der Aktion „Türen auf mit der Maus“ und ganz im Sinne des Tages haben wir viele Türen geöffnet: Lesesaaltüren, Magazintüren, Gartentüren, Katalogtüren und Förderturmtüren.

Gruppe von 7 Kindern und einem Erwachsenem im Arbeitsbereich des Hauptlesesaals der DNB Frankfurt.
Im Hauptlesesaal der DNB Frankfurt Foto: Josephine Kreutzer DNB

Begonnen haben wir damit, uns im sonntäglich leeren Lesesaal umzuschauen. Was kennen die Kinder schon aus Besuchen anderer Bibliotheken, was ist anders?
Gemeinsam haben wir durch die Fenster nach draußen geschaut, bevor wir dann im Garten ganz ohne Klettern auf Bücherregalen standen. Danach haben wir uns im Katalog auf die Suche nach den Lieblingsbüchern der Teilnehmenden gemacht.

Dass wir zu einem Titel 479 Treffer gefunden haben, war dabei ebenso spannend wie zwei Bücher, die wir mit den Angaben der Kinder so erstmal nicht im Katalog finden konnten. Ausgerüstet mit der Signatur, die sozusagen die Hausnummer des Buches im Magazin ist, haben wir uns dann auf den Weg ins Magazin gemacht. Kühle, Weite und auch die Akustik ließen sich wieder gut mit den bereits gemachten Erfahrungen in der eigenen Stadtbibliothek vergleichen.

Angekommen im Magazin konnten sich die Kinder erstmal von der Menge an Büchern ein Bild machen. Um diese Anzahl greifbarer zu machen, nutzen wir gerne Vergleiche: Mit 13,2 Millionen Einheiten im Bestand tummeln sich ungefähr so viele Bücher in den Frankfurter Magazinen wie Menschen in Bayern leben. Das fühlt sich greifbarer an als 13,2 Millionen Einheiten Bestand. Dass in den Magazinen 185 km Regalboden belegt sind, löste vor allem die Frage aus, warum wir dies in Kilometern messen. Dass es so viele Bücher und Medien sind, dass wir alle nebeneinander gestellt eine Medienschlange zwischen Frankfurt und Köln aufbauen könnten, half den Kindern ein Gefühl für die Menge zu entwickeln.
Und dann haben wir mit Hilfe der Hausnummer die Bücher am Regal gesucht, geschaut, was da noch so Spannendes steht und festgestellt, dass es ohne die Signatur schwierig wäre, etwas zu finden. Viel weniger schwierig als mit dem kleinen Finger ein großes Regal aufzukurbeln.

Ein großes Highlight war die Buchförderanlage. Die Kisten wurden begeistert auf ihrem Weg über Weichen, durch Brandschutztüren, um Ecken bis zum nächsten Förderturm verfolgt.

Drei Kinder zwei Erwachsene am Architekturmodell der DNB Frankfurt
Foto: Josephine Kreutzer DNB

Nach der Weite im Magazin wurde am Architekturmodell noch einmal auf ganz kleinem Raum angeschaut, wo wir bei unserer Führung vorbeigekommen sind. Dann ging es wieder zurück in den Lesesaal. In einer kleinen Ausstellung, die einen Querschnitt aus Medien aus unserem Bestand zeigte, konnten die Familien die Vielfalt bestaunen:

Vom Mausbuch über Zeitungen auf der Rolle, Blindendrucke, Pop-up-Bücher, Handpuppen und anderen Erscheinungsformen. Manche ganz neu, andere schon älter. Und auch so manch kurioses Objekt war dabei.

Rundum ein spannender Tag, der auch uns mit der Kinderperspektive wieder viele neue Sichtweisen auf unser Haus aufzeigte.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Türöffner-Tag mit der Maus am 3. Oktober 2022 in unseren Häusern in Leipzig und Frankfurt am Main.


*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Josephine Kreutzer DNB

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