Sommer Vibes

Endlich ist er da – der Sommer und somit der letzte Teil der 4-teiligen Reihe, die etwas unkonventionell mit „Cozy Autumn“ begann. In der DNB geht auch im Sommer die Arbeit weiter und wir sind weiterhin für unsere Besucher*innen da. Es finden Veranstaltungen statt, die auf unserer Website im Veranstaltungskalender zu finden sind und gebucht werden können. Da wir ohne Sommerloch auskommen, gab es bisher in den Bürogebäuden oder Magazinen auch keine Sichtungen von Krokodilen oder Bären wie sie im Sommer in der Presse üblich sind. Die DNB ist ganzjährig ein raubtierfreier Ort.
Wie in jeder Firma oder Behörde gibt es Kolleg*innen, die den Sommer lieben und andere, die den Herbst herbeisehnen. Dabei mag auch eine Rolle spielen, in welchem Teil der Gebäude in Leipzig und Frankfurt sich das Büro der jeweiligen Kolleg*in befindet. Wir haben klimatisierte und nicht klimatisierte Bereiche, ältere und neuere Gebäudeteile. Einige sitzen direkt unter dem Dach, andere in den unteren Stockwerken oder in den Magazinen. Wer zum Beispiel in den Magazinen arbeitet, der greift auch im Sommer gerne zur Strickweste. (Mehr zu unseren Magazinen erfahren Sie in der Reihe Spot on.)
Sommer – Definition und Herkunft
Meteorologisch beginnt er immer am 1. Juni und endet am 31. August (drei volle Monate für die Statistik).
Astronomisch (kalendarisch) startet er um den 21. Juni zur Sommersonnenwende (längster Tag) und zieht sich bis zum 22. oder 23. September. Phänologisch also nach dem Stand der Natur ist Sommer, wenn zum Beispiel wenn der schwarze Holunder blüht.
Das Wort „Sommer“ hat eine lange Geschichte und stammt aus dem Germanischen. Deshalb finden sich in vielen germanischen Sprachen verwandte Begriffe (Englisch: summer, Niederländisch: zomer, Schwedisch: sommar, Dänisch/Norwegisch: sommer). Die Herleitung wird mit einer indogermanischen Wurzel wie *sem- oder *sam- in Verbindung gebracht, deren Bedeutung etwa „Sommer“, „warme Jahreszeit“ oder „halbjährliche Jahreszeit“ gewesen sein könnte. Diese Herleitung ist jedoch unter Sprachwissenschaftlern nicht abschließend geklärt. Trotzdem gehört der Begriff zu den ältesten und beständigsten Begriffen der deutschen Sprache. Da die deutsche Sprache unsere Arbeitsgrundlage ist, stellt sich natürlich die Frage: Was ist das älteste deutsche Wort und wo finden wir es? Es befindet sich im Abrogans. Dabei handelt es sich um ein lateinisch-althochdeutsches Glossar (eine Abschrift befindet sich in der Stiftsbibliothek St. Gallen, das Original existiert nicht mehr). Namensgeber ist das erste lateinische Wort des Glossars und damit sind wir beim ältesten deutschen Wort. Abrogans bedeutet demütig, bescheiden im Glossar altgermanisch „dheomodi“. Deshalb wird häufig dieser Begriff als das älteste Wort bezeichnet. Tatsächlich gibt es das eine älteste Wort der deutschen Sprache nicht. Das Abrogans gilt als das erste Buch in altgermansicher Sprache. Es entstand circa um 750 nach Christus. Für die Zeit davor finden sich nur einzelne Runenschriften zum Beispiel auf der Gürtelschnalle von Pforzen. Zusammenfassend könnte man sagen, dass man einiges weiß, aber vieles nicht und Wissenschaftler noch darüber diskutieren.
Sommer in der DNB
Doch der Sommer ist für die Fans der Jahreszeit zu kurz, um sich über Details der deutschen Sprache zu streiten. Auch im Sommer sind die Lesesäle der DNB angenehme Orte, um dort zu arbeiten. In Leipzig sind einige Lesesäle klimatisiert und die Frankfurter Lesesäle verfügen über eine Umluftanlage. Natürlich können wir nicht mit dem Freibad oder Badesee konkurrieren, aber in unser Selbstbedienungsrestaurant bietet immerhin Eis zu Abkühlung und jeden Donnerstag Schnitzel mit Pommes (bei der geschmacklichen Mischung aus Chlor und Bratfett müssen wir allerdings passen).
Wer eine weitere Anreise hat, wird die freien Straßen und leeren Bahnen während der Urlaubszeit genießen. Nur die Deutsche Bahn trübt seit einigen Jahren diese Freude, da Reparaturen gerne in dieser Zeit terminiert sind und so kann es sein, dass die Bahn Ihnen auf dem Weg zu uns noch eine Reiseschleife durch Sachsen oder Hessen spendiert.
Auch literarisch hat der Sommer viel zu bieten. Sie haben die Wahl, ob Sie zu den großen Klassikern wie „Bonjour Tristesse“ von François Sagan, „Der große Gatsby“ von Scott F. Fitzgerald oder „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare greifen, eine Stichwortsuche „Sommer“ in unserem Katalog absetzen oder mit der erweiterten Suche das Schlagwort „Sommer“ inhaltlich recherchieren. Übrigens lohnt bei Klassikern der Weltliteratur auch immer die Recherche nach dem Titel in der Originalsprache, wenn Sie den Text im Original bevorzugen.
Nach vier Teilen endet der Blick auf die Jahreszeiten in der DNB. Wir sind zu allen Jahreszeitn für Sie da. Alle Informationen zu den beiden Standorten und was Sie für einen Besuch benötigen finden Sie hier. Besuchen Sie uns gerne.

Christina Filbert
ist im Bereich Bestandsaufbau und Formalerschließung der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt tätig. Sie ist Bibliothekarin und Autorin.






