Verfügbar machen und bewahren

18. März 2022
von Eva Bös
Restaurierungswerkzeuge; Foto: Eva Bös, CC-BY-SA 3.0 DE

Vor kurzem ist ein weiteres Digitalisierungsprojekt in Frankfurt erfolgreich gestartet. Die Systematische Digitalisierung der Monografien ab 1945 trägt dazu bei, unsere Bestände für die Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. Am Leipziger Standort werden bereits die Monografien ab 1913 digitalisiert. Die Digitalisate sollen die originalen Bücher aber keineswegs ersetzen. Zu ihrem Erhalt sind wir durch unseren gesetzlichen Sammelauftrag verpflichtet. Darum kümmert sich unter anderem die Bestandserhaltung.

Mit Konzept erhalten

Bestanderhaltung bedeutet nicht nur, in der Werkstatt lose Seiten anzukleben und beschädigte Einbände zu stabilisieren. Gerade bei einem so umfangreichen Bestand wie dem unseren gilt es, das große Ganze im Blick zu behalten. So kann es langfristig sinnvoller sein, einen seltenen Zeitschriftenbestand zu reinigen und in Mappen zu verpacken, als ein einzelnes Objekt in vielen Stunden aufwendig zu restaurieren. Grundlagen für solche nachhaltigen Entscheidungen mitzuentwickeln, gehört heute zu den zentralen Aufgaben der Bestandserhaltung.

Die systematische Digitalisierung beginnt bei der Signatur D45. Es sind die ersten Bücher unseres Frankfurter Bestandes. Sie sind teilweise fragil, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus Materialien und mit Techniken von geringer Qualität hergestellt wurden. Es war zum Beispiel sehr viel günstiger, die Buchseiten am Rand mit Metallklammern zusammenzutackern, als sie Lage für Lage mit einem Heftfaden zu verbinden. Das Papier ist überwiegend vergilbt und brüchig. Deshalb kann es etwa beim Umblättern leicht brechen, wenn es entlang der Klammerung geknickt wird.

Digitalisierung begleiten

Damit die Bücher wohlbehalten durch die Digitalisierung kommen, begutachtet sie eine unserer Restauratorinnen im Vorfeld: Lässt sich das Buch weit genug aufschlagen? Welcher Scannertyp sollte vorzugsweise benutzt werden? Gibt es lose Teile, die fixiert werden müssen? Zum einen formulieren wir dabei Kriterien für das schonende Digitalisieren. Wir schulen den Dienstleister, der das Digitalisieren übernimmt, aber auch praktisch anhand von Testbüchern. So lässt sich anschaulich vermitteln, warum auch Bücher empfindliche Rücken haben und zu viel Druck manchmal nicht gut standhalten können.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Eva Bös, CC-BY-SA 3.0 DE

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