Die DNB auf der Frankfurter Buchmesse

25. Oktober 2023
von Uta Ackermann, Sophie Buchwald, Fanni Fröhlich, Hannah Edelburg, Josephine Kreutzer, Patricia Link, Jo-Aenna Tran, Sinje von Knorre
Foto: DNB, Fanni Fröhlich

Frankfurter Buchmesse 2023 – die zweite Buchmesse für uns in diesem Jahr. Mit einem bunten Programm waren unsere Kolleg*innen vergangene Woche nahe des Messeturms unterwegs. Dort vermittelten sie die Bedeutung unseres Bestands, sprachen über „kaputte Wörter“, die Bibliothek in 50 Jahren, standen für Fragen bereit oder nahmen Elfchen, Visionen und Lego-Bibliotheken von Gästen entgegen.

Nachdem wir bereits im Frühjahr erfolgreich mit einer neuen Aktionsfläche auf der Leipziger Buchmesse gestartet sind, freuen wir uns über den Austausch und das Interesse.

Buntes Vortragsprogramm

Drachen in der Bibliothek? Sind Comics Schund? Medien für die Ewigkeit? Guido Bee enträtselte in seinem Vortrag die Aufgaben der Deutschen Nationalbibliothek. Über die Beta-Version des neuen Katalogs und die intuitivere Suche sprach unsere Kollegin Anke Meyer-Heß: „Wir konzentrieren uns darauf, den Nutzer*innen eine möglichst einfache Suche zu ermöglichen.“ Über mehr als 12 Millionen Netzpublikationen und automatisierte Workflows sprach unsere Kollegin Cornelia Diebel.

Das Thema Automatisierung beim Sammeln und Erschließen haben unsere Kolleg*innen des Referats Automatische Erschließungsverfahren, Netzpublikationen sowohl direkt auf der Buchmesse als auch im Rahmen einer Themenwoche zur Buchmesse im DNB Blog beleuchtet:

Über die Lage der Bibliotheken in der Ukraine

Man stelle sich vor, man liegt im Bett und schläft und wird um fünf Uhr morgens von einem lauten „Boom“ geweckt. Vier ukrainische Stipendiatinnen arbeiten aktuell an der Deutschen Nationalbibliothek. Auf der Buchmesse erzählten sie, wie es ihnen ergangen ist, wie sie mit vielen anderen in einer Unterkunft leben mussten und wie die Geräusche des Krieges ihren Alltag begleiteten. Das Stipendium der Deutschen Nationalbibliothek war die Aussicht auf Sicherheit in Deutschland für sich selbst und ihre Familien, „denn was sei für eine Mutter wichtiger als der Schutz der eigenen Tochter“, so Olha Zubrenko.

Unser Bestand für die Forschung

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt im Rahmen des gesetzlichen Auftrags Heftromane seit 1913 in physischer, in den letzten Jahren auch zunehmend in digitaler Form (ca. 40.000 Hefte). Seit 2018 kooperieren wir mit dem Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte der Universität Würzburg. Was machen Heftromane aus, was unterscheidet sie von preisgekrönter Literatur? Mittels künstlicher Intelligenz kann diese, „lange Zeit abschätzig betrachtete“, Literaturform quantitativ analysiert werden. Dabei spielen sowohl die Satzlänge als auch die sprachliche Komplexität eine Rolle. Über die Ergebnisse des Projekts berichtete Prof. Fotis Jannidis (Universität Würzburg) im Gespräch mit dem Leiter unserer IT, Peter Leinen.

Zeit für Fragen

Im Rahmen der Fachbesuchertage standen unsere Kolleg*innen zu den Themen GND, ISSN und Ablieferung für Fragen und Antworten bereit. Rede und Antwort standen auch Kurt Salomon Maier und Inge Auerbacher – allerdings digital. Die Zeitzeug*innen haben für die interaktive Ausstellung „Frag nach!“ über 900 Fragen beantwortet. Das neue Vermittlungsformat konnte auf der Buchmesse getestet werden.

Gastvorträge

Über „Die Bibliothek in 50 Jahren“ dachte die Leiterin unseres Deutschen Buch- und Schriftmuseums, Stephanie Jacobs gemeinsam mit Gästen nach und mit Matthias Heine über „Kaputte Worte“ . Marc Wurich sprach mit Jan Schenck über die gemeinsame Ausstellung des Gedenkprojekts Verbrannte Orte e.V. und des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 „Verbrannte Orte | Verbannte Worte“. Diese war parallel zur Buchmesse auch auf dem Römerberg in Frankfurt zu sehen. Über die Bedeutung kleiner Musikverlage sprach Ruprecht Langer (Deutsches Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek) mit Christian Dohr vom Verlag Dohr Köln und was einen kleinen Musikverlag von einem großen Musikverlag unterscheidet.

Elfchen und Visionen

Im Rahmen des Jubiläumsjahres #111JahreDNB verlost die Deutsche Nationalbibliothek unter allen eingereichten Elfchen einen Gewinn. Etwa 190 solcher Elfchen wurden auf der Aktionsfläche gedichtet und gesammelt. Übrigens: eine Teilnahme ist noch bis zum 12. November auch außerhalb der Buchmesse möglich. Die Elfchen werden im Anschluss im DNB Blog veröffentlicht.

Neben Elfchen teilten auch zahlreiche Besucher*innen ihre Vision von der Bibliothek der Zukunft und bauten sie mit Lego oder schrieben sie auf einen Visionszettel.

Es gibt für jeden eine Stelle in der Bibliothek

Die Leiterin unseres Frankfurter Hauses, Ute Schwens und FaMi-Auszubildende Lisa Michel sprachen darüber, was Arbeitnehmenden heute wichtig ist und wer in Bibliotheken arbeitet. Sie waren sich einig: Es gibt nicht die eine Person, die für Berufe in der Bibliothek gesucht wird. „Die Welt ändert sich und damit ändern sich auch die Bibliotheken. Die Notwendigkeit zur Digitalisierung wird zum Beispiel immer größer, deswegen ist diese auch ein wichtiges Thema in der Zukunft. Wir brauchen Leute, die die Regeln kennen, die wir früher einmal benutzt haben, aber auch unsere Daten nutzen können“. Lisa Michel ergänzte: „Bibliotheken werden ein immer größerer Ort zur Begegnung, ein Ort zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen“ und weiter: „es gibt nicht die eine Person. Bestimmte Skills sollten vorhanden sein, aber es gibt auch viel Spielraum. Es gibt für jeden eine Stelle in der Bibliothek.“

Und das war auch im vielfältigen Programm unserer Kolleg*innen spürbar.

Bookfest und Open Books

Neben den zahlreichen Aktivitäten auf der Buchmesse selbst, hatten wir parallel auch in unserem Haus an der Adickesallee ein breites Angebot an Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen, das über 2.200 Gäste anlockte.

Am Dienstag wurde traditionell das städtische Lesefest OPEN BOOKS in der Deutschen Nationalbibliothek eröffnet. Auf dem Blauen Sofa nahmen Tonio Schachinger – der am Abend zuvor frisch gekürte Buchpreisträger 2023 –, der Schriftsteller Thomas Hettche, die Journalistin Isabel Schayani und der slowenische Autor Aleš Šteger Platz. Im Rahmen des BOOKFEST waren außerdem die Autoren Durs Grünbein, Matthias Göritz, Stephan Anpalagan, Ronen Steinke und Dirk Steffens bei uns zu Gast. Am Buchmesse-Wochenende stellten bei OPEN BOOKS KIDS zehn Kinderbuchautor*innen einem jungen Publikum ihre neuen Bücher vor.

*Nachweis Beitragsbild auf der Startseite:Hannah Edelburg

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1 von 111chen

Gedächtnis
Erinnerungen festhalten
kurze lange Zeit
vieles ist miteinander verbunden
Weg?

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  • ISSN 2751-3238